Donnerstag, 28. Februar 2019

24.02.2019: Crosslauf Frohnleiten - Laufbericht

Ich befinde mich in unmittelbarer Vorbereitung auf mein Saison-Highlight, dem Ultralangstreckenlauf "100 Miles of Istria". Lange, langsame Läufe stehen ganz oben auf meinem Trainingsplan. Quantität statt Qualität ist die momentane Devise.

Crosslauf Frohnleiten Streckenplan 1200 Meter
Trotzdem stehe ich heute an der Startlinie einer Crosslauf-Veranstaltung. Ein Wettkampf steht mir bevor, der schnelle Füße abverlangt. Ein Kontrastprogramm! Und das ist gut so, denn neben all den langsam gelaufenen Trainingseinheiten zur Erlangung einer ultralangen Ausdauer soll das schnelle Laufen nicht verlernt werden. Und zum anderen finden im Zuge des 8. Crosslaufes Frohnleiten die steirischen Meisterschaften im Crosslauf statt. Da mein Laufclub, der MT-Hausmannstätten, mir die Teilnahme an den Meisterschaften ermöglicht und jährlich die ÖLV-Lizenz löst, möchte ich diese auch ausnutzen und an möglichst vielen Meisterschaftsläufen am Start stehen. Das Teilnehmerfeld ist jedoch sehr stark, sodass ich mir keinen Medaillengewinn erhoffe.

Veranstaltet wird der etablierte Crosslauf vom TriRun Team Frohnleiten. Neben den steirischen Meisterschaften findet heute auch das Cup Finale im Crosslauf statt (beinhaltet 6 Stationen).

Austragungsort ist der Sport- und Freizeitpark Frohnleiten. Beste Infrastruktur wartet hier auf den Teilnehmer. Parkplätze, Duschen und Umkleiden sowie eine Cafeteria stehen hier zur Verfügung.

Startplatz LE-Laufevent
Bei der Abholung der Startunterlagen erlebe ich eine Überraschung. Im Vorfeld hat eine Warenpreisverlosung stattgefunden und ich habe tatsächlich einen Preis gewonnen. Ein Gutschein zur Teilnahme am LE-Laufevent (ein 66 Minuten-Lauf in Leoben) ist mein.

Im Startpaket sind neben der Startnummer und dem Zeitnehmungschip einige Werbeprospekte, ein ORAL B - Bürstenkopf für elektrische Zahnbürsten sowie Getränke und Produktproben enthalten. Auch ein 5-Euro-Gutschein, einzulösen am heutigen Tag in der Cafeteria, ist für günstige 20 Euro Startgeld beigepackt. Die Zeitnehmung erfolgt über hightech-timing. Mich nervt zwar dieser an der linken Hüfte anzubringende Chip, aber die Zeitmessung scheint recht zuverlässig.

Crosslauf ist Neuland für mich und nicht mit Trailrun vergleichbar. Denn Crosslauf zeichnet sich neben unterschiedlichen Untergründen vor allem durch häufige Richtungswechsel aus. Spitzkehren zehren ebenso an den Kräften wie das wellige Terrain oder das Durchlaufen von Sand- oder Schotterabschnitten. Die anspruchsvolle Runde ist 1200 Meter lang und im Hauptbewerb 8 mal zu durchlaufen. Das ergibt eine Gesamtdistanz von 9600 Meter.

Neben dem Hauptbewerb werden zahlreiche Kinder- und Jugendbewerbe angeboten. Eine Kurzdistanz steht ebenso zur Auswahl wie ein Hobbylauf für all jene, die Crosslauf einfach mal ausprobieren möchten. In Summe stehen rund 300 Teilnehmer im Alter von 7 bis 91 Jahren an den Startlinien der unterschiedlichen Bewerbe.

Die Bedingungen könnten schlechter sein. Sonnenschein und Temperaturen deutlich über 0 Grad erwarten mich. Der Wiesenboden ist trocken aber weich. Um guten Halt zu haben, entscheide ich mich für Spikes, die ich in meine La Sportiva Bushido schraube. Oben trage ich lang, an den Beinen Shorts und Kompressionsstrümpfe.

Gut aufgewärmt stehe ich mit 60 weiteren Teilnehmern am Start des Hauptlaufes. Die Starter werden vom Moderator namentlich aufgerufen. Einige Grußworte später erfolgt der Countdown und schon geht es auf die erste Runde.

Crosslauf Frohnleiten Startnummer
Der Hauptanteil der Laufstrecke ist Wiese. Aber auch ein Volleyballfeld ist zu durchlaufen. Der tiefe Sand erschwert ein zügiges vorwärts kommen. Es folgen am welligen Kurs viele Richtungswechsel und rutschige Kehren. Die Spitze enteilt mir in kürzester Zeit. Meinen Plan, eine Pace von 4:15 auf den Kilometer zu halten, gelingt mir nur auf der ersten Runde.

Der Sandabschnitt kostet Körner. Während die flotten, leichten Jungs förmlich über den Sand fliegen, habe ich das Gefühl, bis zu den Kniekehlen einzusinken. Mit knapp 80 kg Körpergewicht auf 188 cm Größe habe ich eben nicht die optimalen Voraussetzungen für derartige Bewerbe. Auch die östliche Spitzkehre, eigentlich eine Steilkurve, wird ob der Bodenverhältnisse Runde für Runde rutschiger und gefährlicher zu belaufen.

Nach zwei Drittel des Rennens werde ich von den Spitzenläufern überrundet. Der Sieger wird letztendlich 33:31 Minuten benötigen. In Runde 8 kann ich nochmal zulegen und ein paar Sekunden schneller laufen. Nach 43:08 Minuten quere auch ich die Ziellinie. Ich platziere mich auf Platz 38 von 61 gestarteten Teilnehmern. In der Altersklasse M45 belege ich unter 11 Startern den undankbaren 4. Platz. Auch bei den steirischen Meisterschaften verpasse ich als Viertplatzierter meiner Altersklasse die Siegerehrung knapp.

Fazit: Letztendlich war der Crosslauf Frohnleiten die erhoffte schnelle, fordernde Trainingseinheit auf dem Weg zu meinem großen Saison-Ziel. Dass es bei den steirischen Meisterschaften zu keiner Medaille gereicht hat, war absehbar. Vierter zu werden ist trotzdem doof. Die Veranstaltung kann ich vorbehaltlos empfehlen. Das TriRun Team Frohnleiten bietet mit diesem gut organisierten Event eine tolle Plattform, diese spannende Facette des Laufsports kennen zu lernen. Und schnelle Tempoeinheiten in den Wintermonaten verbessern nachhaltig die Grundgeschwindigkeit für das anstehende Laufjahr.

24.02.2019: Crosslauf Frohnleiten - Laufbericht


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Donnerstag, 7. Februar 2019

100 Miles of Istria: Renntaktik, Plan A (A+, B und C), Zeittabelle

Ich bin ein Greenhorn, was Rennen über ultralange Distanzen angeht. Strecken über 100 Kilometer Distanz habe ich mich in meinem Läuferleben erst zwei mal gestellt. Ich tue mir daher schwer, eine mögliche Zielzeit für einen Langstreckenlauf über eine Distanz von 168 Kilometern und 6500 positiven Höhenmetern abzuschätzen. Mir wurde sogar geraten, gänzlich ohne Zielvorgabe in mein 100-Meilen-Debüt zu gehen.

Planlos zu sein, bereitet mir jedoch Unbehagen. Daher mache ich mir im Vorfeld sehr wohl Gedanken um Zwischenzeiten und mögliche Endzeiten. Dass die Zwischenzeiten am Tag X auf Grund vieler Faktoren (vorherrschendes Wetter, Streckenbeschaffenheit, Tagesform etc.) deutlich abweichen können, ist mir bewusst. Trotzdem möchte ich mir Zwischenziele stecken und strukturiert an die Aufgabe "100 Miles of Istria" herangehen.

Grundsätzlich möchte ich flache Passagen, moderat steigende Abschnitte und fallende Streckenteile (so lange als möglich) laufend bewältigen. Steinige, steile Aufstiege und Abstiege werden von Beginn an flott gegangen bzw. gestiegen. An den Verpflegestellen werde ich mir nicht mehr als die unbedingt erforderliche Zeit für die Labe und das Auffüllen der Flüssigkeitsreserven gönnen. Auch wenn die cut/off-Zeiten aus meiner Sicht sehr großzügig gestaltet sind, möchte ich die 100 Meilen von Istrien in einer für mich möglichst raschen Zeit beenden. Ich sehe es als Wettkampf gegen mich selbst. Zeit für Fotopausen muss jedoch vorhanden sein. Denn schließlich erwarte ich mir von diesem Lauf sehr viele landschaftliche Highlights.

Unabhängig von der Zielzeit möchte ich mich am Ende des ersten Drittels aller Finisher platzieren. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass dafür eine Endzeit zwischen 28 und 30 Stunden erforderlich ist. Auf Grund dieser Referenzzeiten und einer persönlichen Kalkulation auf Basis der Entfernung zwischen den Verpflegestationen und der Berücksichtigung von Tages-/Nachtzeit, +/- Höhenmeter, habe ich die Zeittabelle befüllt.

Zeittabelle 100 Miles of Istria 2019 #100milesofistria

Auf dieser Tabelle habe ich mögliche Zwischenzeiten bei den "aid stations" eingetragen. "Utopisch, nicht kalkulierbar, unrealistisch", werden jetzt einige von Euch sagen. Die Zweifler haben bestimmt bedingt recht, wenn sie ungläubig den Kopf schütteln. Mir ist natürlich auch bewusst, dass im Renngeschehen die Zeitdifferenzen zwischen Endzeiten von 28 bis 34 oder mehr Stunden nicht linear verlaufen werden. Viel mehr wird es so sein, dass je nach Tagesform und Trainingszustand die Zeiteinbußen auf der zweiten Streckenhälfte groß werden oder eben auch nicht. Von daher ist die Zeittabelle natürlich mit Vorsicht zu interpretieren. Aber mir ist sie ein Hilfsmittel und Motivation zur Zielerreichung. Wie realistisch die Durchgangszeiten errechnet sind, wird der Tag des Rennens zeigen.

Den mozart100 habe ich im Vorjahr in 15,5 Stunden gefinisht. Dabei waren 103 km mit rund 4000 Höhenmeter zu bewältigen. Der "Formel" ,zwei mal 100 Kilometer sind 100 Meilen, zugrunde legend, scheint mir die Zielzeit von 30 Stunden realistisch. Somit ist Plan A definiert.

Plan B inkludiert die eine oder andere unerwartete Verzögerung. Seien es Probleme in der Nacht zügig vorwärts zu kommen oder eben Beschwerden aller Art, vornehmlich auf der zweiten Streckenhälfte. Plan B geht von rund 34 Stunden Laufzeit aus.

Plan C ist das Mindesterfordernis und sieht das Finish innerhalb der cut/off-Zeiten vor. Sämtliche Zeitvorgaben werden über den Haufen geworfen und es zählt letztendlich lediglich, die 100 Meilen von Istrien innerhalb der vorgegebenen 46 Stunden zu erreichen. Zweifellos wäre eine Zeit >34 Stunden persönlich enttäuschend.

Da wäre noch Plan A+! Plan A+ lässt mich in rund 28 Stunden finishen. Das bedeutet, ich komme zu Sonnenuntergang gegen 20 Uhr in Umag an. Das bedeutet auch, dass meine Frau mich mit unserem Sohnemann an der Ziellinie erwarten wird, dass es im Hotel noch Abendessen gibt ....

100 Miles of Istria: Renntaktik, Plan A (A+, B und C), Zeittabelle


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Donnerstag, 24. Januar 2019

100 Miles of Istria - Wettkampfspezifische Vorbereitung (12 Wochen)

Nach 11 Wochen allgemeiner Vorbereitung folgt nun das wettkampfspezifische Training. Ziel der kommenden 12 Wochen ist es, dass ich mich bestmöglich auf die beim Wettkampf vorherrschenden Bedingungen vorbereite. Dazu zählt für mich:
  • das lange, ausdauernde Laufen auf Trails
  • das Laufen in den Nachtstunden
  • das Laufen mit Trailrunning-Stöcken
  • das Auf- und Absteigen im steilen Gelände
  • das Laufen mit gepacktem Rucksack
  • das Testen von Ernährungsstrategien

Zum Thema Ernährungsstrategie im Ultralauf habe ich bereits vor einiger Zeit einen Blogbeitrag verfasst.

Vorbereitung 100 Miles of Istria
100 Miles of Istria - wettkampfspezifische Vorbereitung
Es gibt natürlich Unterschiede zwischen der optimalen und der für mich bestmöglichen Vorbereitung. So ist z.B. ein nicht unwesentlicher Bestandteil einer optimalen Vorbereitung der Umstand, dass in den umfangreichsten Trainingswochen zumindest die Wettkampfkilometer gelaufen werden sollen. Das wären im aktuellen Fall 170 Wochenkilometer. Aber ich bin berufstätig, habe noch andere Interessen und möchte noch Freizeit mit meiner Familie verbringen. Zudem braucht mein Körper, im speziellen die ab und zu quengelnde Achillessehne, ausreichend Regeneration. Daher gehe ich trotz meiner ambitionierten Zielvorgabe (Zielzeit: 28 - 30 Stunden) in der Vorbereitung Kompromisse ein.

Was bedeutet das konkret?
  • Ich beschränke mich in der Regel auf 4 Trainingseinheiten pro Woche (Ausnahme Woche 9).
  • In den "Umfang-Wochen" (Woche 1/2/4/7/8/9) werde ich maximal 135 Kilometer laufen.
  • Der längste Lauf wird eine Dauer von 10 Stunden nicht überschreiten.
  • In die Regenerationswochen (Woche 5, bedingt Woche 3 und 6) werde ich die eine oder andere flotte Tempoeinheit einfließen lassen bzw. sogar einen knackigen Wettkampf (Steirische Meisterschaften im Crosslauf) laufen.

Umfang-Woche (Woche 1, 2, 4, 7, 8, 9)

Die typische Trainingswoche 1, 2 oder 7 sieht folgendermaßen aus:

1 Einheit: 1,5 h langsamer Trailrun (ca. 13K)
1 Einheit: 2,5-3 h langsamer Trailrun (ca. 23K)
1 Einheit: 1,5 h langsamer Trailrun in der Nacht (ca. 13K)
1 Einheit: 6-8 h langsamer Trailrun teils in der Nacht (ca. 50-65K)
Wochenumfang: 100 bis 115 Kilometer

In den Trainingswochen 4 und 8 werde ich die längsten Läufe absolvieren. Ein Unterschied zu den übrigen Umfang-Wochen ist lediglich die Dauer der langen Einheit.

1 Einheit: 1,5 h langsamer Trailrun (ca. 13K)
1 Einheit: 2,5-3 h langsamer Trailrun (ca. 23K)
1 Einheit: 1,5 h langsamer Trailrun in der Nacht (ca. 13K)
1 Einheit: 10 h langsamer Trailrun teils in der Nacht (ca. 80K)
Wochenumfang: 130 Kilometer

In der Trainingswoche 9 werde ich in 5 Trainingseinheiten die meisten Wochenkilometer absolvieren.

1 Einheit: 1,5 h langsamer Trailrun (ca. 13K)
1 Einheit: 2,5-3 h langsamer Trailrun (ca. 23K)
1 Einheit: 3 h langsamer Trailrun in der Nacht (ca. 23K)
1 Einheit: 6 h langsamer Trailrun teils in der Nacht (ca. 48K)
1 Einheit: 4 h langsamer Trailrun (ca. 28K)
Wochenumfang: 135 Kilometer


Regenerationswoche (Woche 5, bedingt 3 und 6)

In den Regenerationswochen verzichte ich auf den langen Dauerlauf. Statt langsame Läufe darf es in diesen Wochen auch etwas flotter zur Sache gehen. So schreibe ich mir in Woche 5 z.B. ein Fahrtspiel und einen flott gelaufenen 10K-Lauf in meinen Trainingsplan.

1 Einheit: 1,5 h langsamer Trailrun (ca. 13K)
1 Einheit: 1,5 h Fahrtspiel am Trail (ca. 13K)
1 Einheit: 1,5 h lockerer Trailrun (ca. 14K)
1 Einheit: Crosslauf Meisterschaften (10K)
Wochenumfang: 50 Kilometer


Tapering-Phase (Woche 10, 11 und 12)

Tapering! Die Zeit der Selbstzweifel ;-). Fragen wie "Habe ich genug trainiert?, "Habe ich genügend lange Läufe absolviert?" stehen gedanklich an der Tagesordnung. Ein Fehler wäre, nun versäumte Trainingseinheiten nachholen zu wollen.

In den Wochen 10 und 11 dreht sich alles um Erholung. Lange langsame Dauerläufe weichen gezielt gesetzten Trainingsreizen, um bestmöglich an der Startlinie zu stehen. So hat die Woche 11 in etwa ein Drittel des Umfanges der Woche 9, also ca. 45 Wochenkilometer.

In der Woche 12 finden noch zwei rund 30 Minuten lange intensive Trainingseinheiten statt. Am Donnerstag reise ich nach Umag. Am Freitag erfolgt der Transfer nach Labin stattfindet, wo um 16.00 Uhr der Startschuss zu den "100 Miles of Istria" fällt.

Am Ende der 12 Wochen dauernden wettkampfspezifischen Vorbereitung werde ich rund 1150 Kilometer gelaufen sein.

Weitere Informationen zu Renntaktik, Marschtabelle, Pflichtausrüstung, Dropbag-Packliste etc. finden sich in der Rubrik ultratrail spezial.

100 Miles of Istria - Wettkampfspezifische Vorbereitung (12 Wochen)


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Dienstag, 22. Januar 2019

La Sportiva Bushido - Produktvorstellung und Testbericht

La Sportiva Bushido - Testbericht
Eigentlich bin ich auf der Suche nach einem Schuh für den Crosslauf! Mit Volldampf über nasses Gestein, Wurzelwerk und aufgeweichte Wiesen zu laufen, bedarf mehr Grip als es meine im Schuhschrank stehenden Inov-8 Race Ultra 290 und Trailtalon 290 haben. Etwas mehr Grip! Das sind die Schlüsselwörter und die Vorgabe für den Schuh.

Recherchen im Internet verweisen unter anderem auf einen Schuh aus der La Sportiva - Familie: Der La Sportiva Bushido soll mit entsprechender Bodenhaftung für die gewünschte Streckenbeschaffenheit ausgestattet sein. Zudem wird dem Schuh eine gute Dämpfung und tolle Passform attestiert. Zusätzlicher Pluspunkt: In die Sohle können optional Spikes gedreht werden.

Ein La Sportiva fehlt mir ohnehin noch in meiner Laufschuhsammlung. Einige  Mausklicks später liegt der La Sportiva Bushido in Größe 47 (schwarz/gelb) sowie das La Sportiva Grip Spike Kit (18 Spikes mit passendem Schraubwerkzeug) im Warenkorb und ein paar Tage später in meinem Postkasten.

Der erste Eindruck ist vielversprechend. Optisch hätte ich den Schuh zwar gerne in "flame" oder "blue" bevorzugt. Aber für meine "Riesenlatschen" war nur die Option "black/yellow" lieferbar. Aber auch schön. Und ohnehin egal, denn hoffentlich bald schmutzig. Der Schuh wirkt durch die mächtige Erscheinung der Sohle für schlechte Bodenverhältnisse gut gewappnet. Das Gewicht liegt laut Hersteller bei 610 Gramm für ein Paar Schuhe der Größe 42.

Der Schuh ist eng geschnitten und sitzt daher an meinen schmalen Füßen perfekt. Durch die schmale Passform ist er jedoch keine Option für breite Füße. Die Zehenbox bietet großzügig Platz. Die Zunge liegt gut an. Das Obermaterial ist großteils aus Mesh gefertigt. So luftig das Mesh im Sommer ist, so leicht dringt im Winter oder bei Regenwetter Feuchtigkeit ein. Rundum wird der Fuß durch ein gummiverstärktes Außenskelett und einer Zehenkappe gut vor spitzen Steinen etc. geschützt.

Bereits auf den ersten Metern fühle ich mich im Schuh sehr wohl. Der La Sportiva Bushido trägt sich leicht. Er lässt sich locker und dank der flexiblen Sohle geschmeidig laufen. Die Füße werden dank der schmalen Passform und der Verstärkung im Mittelteil bestens geführt. Das Ortholite - Fußbett ist bequem und die Dämpfung ist komfortabel, ohne dabei schwammig zu wirken. 

Auf dem Trail ist es heute teils richtig matschig. Der Grip ist in seitlicher Richtung und talwärts hervorragend. Bereits nach wenigen Downhill-Minuten hat die griffige Sohle mein Vertrauen gewonnen und ich lasse es laufen. Bergauf kommt der La Sportiva Bushido im tiefen Morast jedoch an seine Grenzen.
Grip - Kit

Zusammenfassend kann ich feststellen, dass der La Sportiva Bushido für schmale Füße eine ideale Passform besitzt. Er läuft sich griffig und locker. Der Grip auf nassen Böden, Steinen oder Wurzelwerk ist ausgezeichnet.

Optional kann man die Sohle dank des A.T. Grip Spike Kit mit Spikes ergänzen. Durch die guten Dämpfungseigenschaften eignet sich der Schuh auch für Ultratrails. Der eine oder andere Kilometer auf Asphalt kann man mit dem Bushido ebenfalls problemlos laufen. 


La Sportiva Bushido - Produktvorstellung und Testbericht


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Dienstag, 15. Januar 2019

100 Miles of Istria - Allgemeine Vorbereitung (11 Wochen)

100 Miles of Istria - allgemeine Vorbereitung
Am 12. April 2019 plane ich an der Startlinie der "100 Miles of Istria" zu stehen. Dieser Langstreckenlauf führt non stop von Labin nach Umag. Auf der 168 km langen, teils technisch sehr anspruchsvollen Strecke, sind rund 6500 positive Höhenmeter zu absolvieren. Es wird meine erste Teilnahme an einem 100 Meilen langen Lauf sein.

Meine Voraussetzungen: In den letzten drei Jahren bin ich immer rund 3000 Jahreskilometer gelaufen. Wettkampfmäßig finishte ich 2017 und 2018 jeweils den mozart100, ein gut 100 km langer Ultratrail im Salzburger Land. Einige Berg- und Landschaftsmarathons habe ich zudem ebenfalls auf der Haben-Seite stehen.

Ich untergliedere meine geplante 23 Wochen lange Vorbereitung in zwei Abschnitte: in die allgemeine und in die wettkampfspezifische Vorbereitung.

Dieser Blogbeitrag befasst sich mit der allgemeinen Vorbereitung. Ergänzend sei erwähnt, dass ich mich am Ende des ersten Drittels aller Finisher platzieren möchte. D.h., ich setze mir eine Zielzeit von 28-30 Stunden.

Die häufigen langen und eher langsamen Dauerläufe im Ultratraining gehen zu Lasten der Grundschnelligkeit und des Laufstils. Daher starte ich die allgemeine Vorbereitung mit einem 11-wöchigen Trainingsplan der zum Ziel hat, eben diese Grundschnelligkeit zu steigern bzw. zumindest zu erhalten, die VO2max zu erhöhen und die Tempohärte zu stärken. Im Anschluss folgen 12 Wochen wettkampfspezifische Vorbereitung.

Den gewünschten Erfolg verspreche ich mir durch regelmäßiges Intervalltraining. Im Hinblick auf die notwendige Grundlagenausdauer für den 168 km langen Nonstop-Lauf von Labin nach Umag kombiniere ich die schnellen, intensiven Trainingseinheiten bereits in dieser frühen Vorbereitungsphase mit einem wöchentlichen langen, langsamen Dauerlauf (rd. 25-30 km).

Meine (aktuelle) Leistungsfähigkeit auf den Unterdistanzen:
10K-Bestzeit: 00:42:19 (2018)
HM-Bestzeit: 01:38:29 (datiert aus dem Jahr 2017)
Marathon-Bestzeit: 03:38:58 (2018)


Allgemeine Vorbereitung - Dauer: 11 Wochen


In den ersten Wochen wähle ich 1K-Intervalle in 4:05-4:10 min/km mit bis zu 10 Wiederholungen (3 min Trabpause). So beinhaltet meine typische Trainingswoche 1/2 folgende Trainingseinheiten:

2-3 Einheiten: 11-13K lockerer Dauerlauf (5:50 min/km) bzw. Fahrtspiel am Trail (11K mit ca. 250 hm)
1 Einheit: Intervalltraining (1K in 4:05-4:10 min/km, 3 min Trab, 10 Whg., warm up, cool down)
1 Einheit: 25-35 km langer, langsamer Dauerlauf (im Mittel ca. 6:30 min/km)
Wochenumfang: ca. 65 - 80 Kilometer


In den Regenerationswochen verzichte ich auf den langen Dauerlauf und reduziere auf 4 Trainingseinheiten. Statt des langen Dauerlaufs schreibe ich mir einen flott gelaufenen 10K-Lauf in meinen Trainingsplan. In Woche 3 ist dieser in 45 Minuten zu laufen, in Woche 7 in 44 Minuten. In Woche 11 in 43 Minuten. Eine typische Regenerationswoche beinhaltet somit folgende Trainingseinheiten:

2 Einheiten: 11-13K lockerer Dauerlauf (5:50 min/km) bzw. Fahrtspiel am Trail (11K mit ca. 250 hm)
1 Einheit: 11-13K mittlerer Dauerlauf (5:20 min/km)
1 Einheit: 10K Tempolauf (44:00)
Wochenumfang: ca. 50 Kilometer


Im späteren Verlauf dieser 11-wöchigen Vorbereitung ersetze ich die 1K-Intervalle teils durch 3K-Intervalle. Ich reduziere dabei das Tempo auf etwa 4:20-4:30 min/km. Wiederholungen: 3-5, Trabpause 5 min.

Dann sieht die Trainingswoche 8 beispielsweise so aus:

2-3 Einheiten: 11-13K lockerer Dauerlauf (5:50 min/km) bzw. Fahrtspiel am Trail (11K mit ca. 250 hm)
1 Einheit: Intervalltraining (3K in 4:20-4:30 min/km, 5 min Trab, 3 Whg., warm up, cool down)
1 Einheit: 25-35 km langer, langsamer Dauerlauf (ca. im Mittel 6:15 - 6:30 min/km)
Wochenumfang: ca. 70 - 80 Kilometer

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Blogbeitrages befand ich mich in der 11. und somit letzten Trainingswoche der allgemeinen Vorbereitung. Ich blieb vor Erkältungen und Verletzungen verschont. Auch die Temperaturen waren meist nicht zu tief, Schnee war Mangelware. Somit konnte ich mein Training wie geplant durchführen.

Wie ich meine wettkampfspezifische Vorbereitung im Hinblick auf meinen Start bei den "100 Miles of Istria" gestalte, könnt Ihr im verlinkten Blogbeitrag nachlesen.


Laufen im Winter


Eine besondere Herausforderung für das Training auf ein Frühjahrs-Event sind die teils winterlichen Streckenbeschaffenheiten und tiefen Temperaturen. Dazu kommen die kurzen Tage, sodass auf sehr vielen Trainingseinheiten die Stirnlampe ein steter Begleiter ist.

Ich mache Tempotraining letztendlich von den äußeren Bedingungen abhängig. Will heißen, liegen die Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt, verschiebe ich zu Gunsten meiner Gesundheit das Intervalltraining schon mal um einen Tag.


Ich habe vor einiger Zeit einen Blogbeitrag zum Thema "Laufen im Winter" veröffentlicht, der sich nach wie vor auf LeserInnen freut.

100 Miles of Istria - Allgemeine Vorbereitung (11 Wochen)


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Freitag, 4. Januar 2019

Jahresbericht 2018

Der Laufbericht 2018 ist fertig gestellt.

Laufbericht 2018 #42undmehr - Jahresbericht


Mein Jahresbericht für das Jahr 2018 ist im pdf-Format abgespeichert und kann unter nachfolgendem Link aufgerufen werden:


    Viel Vergnügen beim Lesen. Über Feedback freue ich mich sehr.


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