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Sonntag, 12. Oktober 2025

12.10.2025: 32. Kleine Zeitung Graz Marathon - Erlebnisbericht

Eigentlich wollte ich heuer beim Kleine Zeitung Graz Marathon nicht an den Start gehen. Denn für mich ist ein flacher Straßenmarathon körperlich und mental deutlich anstrengender als ein Lauf auf Trails mit einigen Höhenmetern. Mein Körper ist einfach nicht darauf trainiert, im Idealfall zweiundvierzig ähnlich gleichmäßige Kilometerzeiten in den Asphalt zu stampfen.

Vor ein paar Wochen machte mich Instagramm auf ein Gewinnspiel der Steiermärkischen Sparkasse aufmerksam. Hier wurden 200 Startplätze für den Kleine Zeitung Graz Marathon verlost. Ich nahm am Gewinnspiel teil und siehe da, ich habe einen Startplatz für den Bewerb meiner Wahl gewonnen. Ergänzend dazu bekam ich ein Laufshirt per Post zugesandt. Am Lauftag selbst wird dann sogar ein eigener Bereich zur Verfügung stehen, in dem wir vor und nach dem Lauf verpflegt werden.

Im Zuge des Graz Marathon werden heuer auch die Steirischen Meisterschaften über die klassische Marathon-Distanz ausgetragen. Da ich nun einen kostenlosen Startplatz inne hatte, bat ich meinen Laufclub, mich für diese Meisterschaften zu nennen. Ein großes Danke dem MT-Hausmannstätten, der mir zum wiederholten Mal die Möglichkeit gibt, an Meisterschaftsläufen teilzunehmen.

Bei der Abholung der Startunterlagen im Citypark Graz erhalte ich eine Startnummer mit dem Aufdruck ELITE. Wir Teilnehmer an den Steirischen Meisterschaften dürfen noch vor Block 1 gemeinsam mit den wirklich sehr, sehr schnellen Favoriten auf den Sieg über die 42,195 Kilometer auf die Strecke gehen. Ob mir dieser Aufdruck peinlich ist? Nein, eigentlich nicht. Auch wenn ich natürlich weit weg von läuferischer ELITE bin. Ich mache mir weiter keine Gedanken darüber.

Race-Day! Ich fahre völlig stressfrei mit dem Regionalbus von meiner Wohnsitzgemeinde in die Landeshauptstadt Graz. Die Haltestelle ist fußläufig keine 5 Minuten vom Start- und Zielbereich entfernt. Bequemer geht es kaum. Da das Zelt der Steiermärkischen Sparkasse bereits geöffnet ist, gönne ich mir einen Espresso. Dann wird es auch schon Zeit, mich umzuziehen. Ich stecke drei Gels in meine Hosentasche, gebe mein Hab und Gut bei der Gepäckverwahrung ab und laufe mich ein wenig warm. Dann begebe ich mich in den ELITE-Startblock, wo sich schon einige bekannte Gesichter tummeln.

Meine Strategie ist klar. Ich starte wiederholt den Selbstversuch, ohne adäquates Tempotraining die Kilometer mit knapp unter 5 Minuten zu laufen. Das würde eine Endzeit von 3 Stunden und 30 Minuten bedeuten. Es ist jedoch unrealistisch, es mit diesen Kilometerzeiten bis ins Ziel zu schaffen. Die Erfahrung der letzten Jahre sagt mir voraus, dass ich nach rund 30, 32 Kilometer, spätestens nach 34 Kilometer, spürbar langsamer werde und es dann wieder ein sehr beschwerlicher letzter Rennabschnitt sein wird.

No risk, no pain ;-). Startschuss! Und was soll ich sagen, ich mache meiner Startnummer alle Ehre und laufe tatsächlich die angepeilten Kilometerzeiten bis zur Ziellinie. Mein offizielles Endergebnis mit 3 Stunden, 26 Minuten und 42 Sekunden ist nicht nur persönliche Bestzeit, sondern reicht auch für den Steirischen Meistertitel in meiner Altersklasse M50.

Was zwischen Start- und Ziellinie passiert? Bei traumhaftem Herbstwetter ist die Strecke von unglaublich vielen Zusehern gesäumt, die richtig tolle Stimmung machen. Die Labestellen sind gut platziert und mit Iso, Wasser, Bananen, Gel etc. auch sehr gut ausgestattet. Bereits bei Halbzeit merke ich, dass sich die Kilometer heute noch deutlich leichter laufen als ich das bei meinen bisherigen Teilnahmen hier in Graz in Erinnerung habe. So tritt auch der befürchtete Einbruch zu Beginn des letzten Rennviertels nicht ein und ich kann die letzten Kilometer durch die Sackstraße, Neutorgasse, Schmiedgasse, Herrengasse und über den Opernring zurück zum Ziel in vollen Zügen genießen.

Graz, es war mir eine Ehre!

12.10.2025: 32. Kleine Zeitung Graz Marathon - Erlebnisbericht


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Samstag, 6. September 2025

06.09.2025: Torlauf Dachstein - Laufbericht

Torlauf Dachstein - Ultraläufer Wolfgang Kölli
"Manchmal muss man sich zum Glück zwingen!", heißt es in einem Sprichwort. Das trifft für meine Teilnahme am Torlauf Dachstein recht gut zu. Die Fotos und Streckenvideos von vergangenen Veranstaltungen haben mein Interesse sofort geweckt. Allerdings ist der Torlauf Dachstein punktuell auch sehr technisch. Insbesondere der Abstieg von der Edelgrießhöhe (inklusive Klettersteig und teilweiser Seilversicherung) hat es für jemanden, der ein klitzekleinwenig an Höhenangst leidet, in sich.

Aber durch meine heurige Teilnahme am Großglockner Ultra Trail habe ich auf technisch exponierten Abschnitten reichlich Erfahrung sammeln können und so fühle ich mich für den Lauf in der wunderschönen Ramsau am Dachstein letztendlich gut vorbereitet.

Der Start ist für 8 Uhr geplant. Da mir zwei Stunden Anreise bevorstehen, ist die Nacht kurz. Nach zwei Tassen Kaffee fahre ich voller Vorfreude in die Obersteiermark.

Ein wenig länger hätte ich schlafen können. Denn bald nach meiner Ankunft erfolgt seitens des Veranstalters die Durchsage, dass der Start um eine Stunde nach hinten verschoben wird. In der Nacht hat es am Berg leicht geschneit und es wird zugewartet, bis die Kraft der Sonnenstrahlen diese paar Flocken zum schmelzen bringt.

Der Start- und Zielbereich ist im WM-Stadion eingerichtet. Im Jahr 1999 hat hier die Nordische Ski-Weltmeisterschaft stattgefunden. Die Skisprunganlage und das Stadion sind nach wie vor in Betrieb. So finden hier regelmäßig Weltcup-Veranstaltungen der Nordischen Kombination statt. Eine geplante Bewerbung für eine neuerliche Austragung der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft im Jahr 2031 scheitert wie so oft an den notwendigen finanziellen Mittel.

Edelgrießhöhe Dachstein
Vor dem Start erhalten wir neben der Startnummer und einem Essens-Bon auch einen GPS-Tracker. So ist unsere Position jederzeit abrufbar und dient der Sicherheit aller Teilnehmer. Und schon geht es los. Die ersten Kilometer hinaus aus dem WM-Stadion verlaufen auf schmalen Wegen recht flach und sind gut laufbar. Entsprechend hoch ist das eingeschlagene Tempo. Nach gut 8 Kilometer ist der Einstieg zur Silberkarklamm erreicht. Über unzählige Holzstufen geht es die Klamm hoch. Unmittelbar daneben rauscht das Wasser zwischen große Felsen zu Tal. Ein Überholen ist hier auf den Treppen kaum möglich. Aber ich habe meinen Platz im Teilnehmerfeld ohnehin gefunden und steige Meter um Meter zur Silberkarhütte hinauf.

Hier bei der Silberkarhütte ist auch die erste Labestelle positioniert. Es ist ein kleiner Tisch mit Getränken aufgebaut und das Gedränge herum ist recht groß. Ich fülle hastig meine Wasserflasche auf und mache für die Nächsten Platz.

Die Trailrunning-Stöcke habe ich aus dem Köcher der Laufweste genommen. Sie werden mir auf den kommenden steilen 10 Kilometern eine große Hilfe sein. Auf meist engen und steinigen Serpentinen führt uns die Strecke immer weiter in die Höhe. Punktuell sind die Abschnitte derart technisch und felsig, dass ich die Hände zu Hilfe nehmen muss.

Bei der Labe am Guttenberg-Haus auf 2.146 Meter Seehöhe versorge ich meine Speicher mit Nachschub. Ich nehme ein weiteres Gel zu mir und fülle die beiden Flasks mit Wasser und einem isotonischen Getränk auf. Die höchste Stelle der Strecke ist allerdings noch nicht erreicht. Es geht weitere knapp 500 Höhenmeter aufwärts. Wir sind längst über der Baumgrenze. Die Landschaft nimmt bizarre Formen an. Ein Läufer tritt ein paar Serpentinen oberhalb einen kleinen Steinschlag los. Zum Glück kann ich den herabfallenden Schotterstücken aus dem Weg gehen.

Die Strapazen des Aufstiegs werden hier heroben mit einer großartigen Geröll-Landschaft belohnt. Ich bin vom ungewöhnlichen Anblick der grauen Gesteinsoberfläche hin und weg. "Gut, dass du heute hier an den Start gegangen bist!", bestätige ich mir selbst meine kluge Entscheidung.

Guttenberg-Haus
Der Abstieg von der Edelgrießhöhe steht unmittelbar bevor. Vorher mache ich jedoch noch ein paar Fotos dieser - ich wiederhole mich - abstrakten, bizarren, atemberaubend schönen und ungewöhnlichen Landschaft. Die ersten Meter geht es seilversichert abwärts. Nun folgt ein rund 10 Meter hoher Klettersteig. Ich verstaue meine Stöcke im Köcher, um die Hände frei zu haben. Unter mir steigt ein Teilnehmer sehr zaghaft die senkrechten, in den Fels gehauenen Metallbügel hinunter. Dann herrscht plötzlich Stillstand. Der Kollege ist wohl am Limit. Bock habe ich keinen, hier noch lange auf den Metallzargen stehend auszuharren. Ich will auch runter! Endlich geht es weiter. Teils sind die Abstände zwischen den Klammern so groß, dass ich mich langsam am Fels hinuntergleiten lasse. Dann habe ich endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Wobei fester Boden nicht ganz der Realität entspricht. Der Untergrund ist feinkörniger Schotter, auf dem kaum Halt zu finden ist. Es scheint, als würde man bei jedem Schritt mit einem Kubikmeter Schotter zu Tal rutschen. Die Stöcke wieder zu Hilfe zu nehmen, wäre schlau gewesen.

Zweimal leere ich auf dem Downhill meine Schuhe aus. Der feine Kies würde mir in den folgenden Stunden wohl die Haut aufscheuern und unnötige Probleme verursachen. Gamaschen hätten das Eindringen der feinen Steine in den Schuh verhindert. Aber man kann nicht an alles denken. Und so ein kleiner Schuh-Boxenstopp ist jetzt kein großes Ding.

Das feine Geröll weicht einem schmalen, stark verwurzelten Pfad. Es ist weiterhin Vorsicht geboten. Auf diesem Streckenabschnitt zu stolpern und zu stürzen, würde gar keinen Spaß machen.

Bei der nächsten Labestelle greife ich zu Obst und Salzgebäck. Gut gestärkt trabe ich rund 200 Höhenmeter hinauf zur Dachstein-Südwand-Hütte. Hier sitzen bei herrlichem Wetter viele Wanderer auf den Holzbänken und sorgen für eine gute Stimmung.

Finisher-Medaille Torlauf Dachstein
Es folgt ein recht steiler Abstieg. In Serpentinen geht es auf rutschig erdigem Terrain wieder viele Höhenmeter talwärts. Es folgt ein schön zu belaufender Trail über kupiertes Gelände. Bei der nächsten Labestelle auf der Walcheralm nehme ich bloß ein Stück Banane zu mir und fülle die Flasks mit Wasser auf. Ich jauchze innerlich. Die Landschaft, die Trails, das Wetter, mein Wohlbefinden, all das könnte nicht besser sein.

Das heutige Laufabenteuer nähert sich dem Ende. Die nächsten paar Kilometer sind auf einem moderat fallenden Schotterweg zu laufen. Auf diesem Abschnitt überhole ich noch einige Mitbewerber. Obwohl ich im Talboden den Stadionsprecher schon hören kann, ist noch eine größere Schleife zu laufen. Aber auch diese Höhenmeter bringe ich noch gut hinter mich, bevor ich Richtung Station laufen darf. Nach 6 Stunden und 41 Minuten bringe ich die 42 Kilometer mit 2.600 Höhenmeter in einer für mich sehr zufriedenstellenden Zeit zu Ende. In meiner Altersklasse belege ich unter 28 Teilnehmern den 5. Rang.

Im Ziel wird mir die Finisher-Medaille und das wohlverdiente Ziel-Bier gereicht. Nach einer Dusche im Schwimmbad löse ich den Essens-Bon ein und genieße ein sehr leckeres Nudelgericht. Bloß bei der Startnummern-Lotterie habe ich kein Glück. Aber das ist nun wirklich keine große Überraschung.

Am Heimweg lasse ich die letzten Stunden Revue passieren. Der Torlauf Dachstein hat es mir angetan. Trotz des technischen Abstiegs von der Edelgrießhöhe möchte ich diese außergewöhnliche Landschaft noch einmal zu Gesicht bekommen. So melde ich mich ein paar Tage später tatsächlich für den Torlauf Dachstein 2026 an.

06.09.2025: Torlauf Dachstein - Laufbericht


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Samstag, 28. Juni 2025

28.06.2025: 37. Grenzstaffellauf Veitsch - Laufbericht

Grenzstaffellauf Veitsch - Laufbericht Wolfgang Kölli
In wenigen Minuten erfolgt der Start des 37. Veitscher Grenzstaffellaufes. Seit jeher wird die Strecke mit 54 Kilometer Länge und 2040 Höhenmeter beworben. Einige erforderliche Streckenanpassungen in den letzten beiden Jahrzehnten haben jedoch dazu geführt, dass die aktuelle Strecke mit rund 50 Kilometer etwas kürzer ist, dafür aber rund 2200 Höhenmeter aufweist. 

Meine Laufweste ist mit allem Notwendigen bestückt. Ein Erste-Hilfe-Set habe ich so wie eine Regenjacke in den Bergen immer mit dabei. Zwei Flasks mit Wasser, einige Gels meines Vertrauens und die Stöcke im Salomon Custom Quiver runden meine Ausstattung ab.

Ich bin voller Vorfreude auf die bevorstehenden Stunden auf den Trails entlang der Gemeindegrenze der Ortschaft Veitsch. Der Start befindet sich hier vor dem JUFA-Hotel auf rund 670 Meter Seehöhe und der höchste Punkt der Strecke im Bereich des Graf-Meran-Hauses liegt auf etwa 1860 Meter Seehöhe.

Meine körperliche Verfassung könnte etwas besser sein, denn es stecken doch schon wieder einige Wochen-Trainingskilometer in den Beinen. Nüchtern betrachtet ist der heutige lange Lauf ein weiterer Meilenstein in der Vorbereitung für meine Teilnahme am Großglockner Ultra-Trail. Es ist also nicht der Tag, an dem Bestzeiten erzielt werden sollen.

Ich stehe nach 2023 zum zweiten Mal hier in St. Barbara im Mürztal an der Startlinie. Vor zwei Jahren musste die Streckenführung auf Grund des starken Sturms und der tiefen Temperaturen am Gipfel der Hohen Veitsch angepasst werden. Was soviel heißt wie dass die sogenannte Schlechtwetterroute gelaufen wurde. Ich fand es damals sehr schade, nicht auf der Originalstrecke laufen zu können. Denn zu allem Überfluss hieß es, dass die Veranstaltung zum letzten Mal stattfände. Zum Glück hat sich der Veranstalter entschieden, dieses tolle Event fortzuführen.

Grenzstaffellauf Veitsch - Teufelssteig - Laufbericht Wolfgang KölliAuch heute sorgt eine Durchsage vor dem Start kurzzeitig für Ungewissheit. Denn man müsse mit der Bergrettung abklären, ob heute die Originalstrecke gelaufen werden könne. Am Berg käme starker Wind auf. Aber bald gibt es Entwarnung. Heute wird die Originalstrecke belaufen. 

Ich bin glücklich darüber, heute den Teufelssteig hoch zum Graf-Meran-Haus laufen bzw. hiken zu dürfen. Das Wetter ist bei leicht bewölktem Himmel für diese Laufveranstaltung beinahe optimal. Auch die Stimmung unter den Teilnehmern und Zuschauern ist sehr gut. Alle Zutaten für einen erlebnisreichen und schönen Lauf sind somit im Kochtopf!

Mein Focus ist auf eine gute Einteilung der verbliebenen Kräfte gerichtet und zudem ermahne ich mich, konzentriert zu laufen. Schließlich liegt man beim Trail-Lauf wegen einer Unachtsamkeit schneller auf allen Vieren, als einem lieb ist.

Vom Start weg geht es leicht fallend hinaus aus dem Ortskern in Richtung Süden. Nach einem guten Kilometer wartet auch schon der erste Anstieg. Das erste Drittel der Strecke verläuft mal mehr, mal weniger steigend überwiegend auf Forststraßen. Die Streckenmarkierung ist lückenlos. Auch die Verpflegestellen sind gut positioniert und mehr als ausreichend bestückt. Auch an vielen freundlichen Helfern mangelt es nicht. Insbesondere an den beiden Wechselzonen für die Staffelläufer herrscht ausgelassene Stimmung und man wird mit tosendem Applaus willkommen geheißen.

Das erwartete Highlight ist auf jeden Fall der Aufsteig über den sogenannten Teufelssteig. Auf einer Länge von rund 2 Kilometer sind hier 350 Höhenmeter zu überwinden. Ich nehme die Herausforderung recht defensiv in Angriff und erklimme ohne nennenswerte Schwierigkeiten die steilen Serpentinen. Nach einer kurzen Labe beim Graf-Meran-Haus geht es noch einige Höhenmeter aufwärts und es wartet ein etwas technischer, aber wunderbarer Streckenabschnitt entlang des Kammes. Aufkommende Windböen trüben die Lauffreude kaum.

Grenzstaffellauf Veitsch - Finisher Wolfgang KölliÜber einen technisch mäßig fordernden Abstieg geht es von nun an stetig Richtung Tal. Schmale, zum Teil durch hohe Gräser und bodennahes Strauchwerk zugewachsene Pfade erfordern ein hochkonzentriertes Laufen. Denn die Pfade sind mit Steinen, Wurzeln und einigen Unebenheiten gesäumt. Diese Stolperfallen sieht man jedoch kaum oder nur im aller letzten Moment. 

Ich habe wider Erwarten noch einige letzte Kraftreserven im Tank und so kann ich auch  die letzten Kilometer im Downhill genießen und in einem guten Tempo Richtung Ziel laufen. Mit einer Endzeit von 6 Stunden und 18 Minuten klassiere ich mich auf Platz 8 meiner Altersklasse und in der Gesamtwertung nehme ich von insgesamt 85 Teilnehmern den 41. Rang ein.

Die - wie ich finde - sehr gut gelungene Finisher-Medaille wird mir um den Hals gehängt und ich genieße mit dem sogenannten Ziel-Bier noch einige Zeit das tolle Ambiente rund um den Veitscher Grenzstaffellauf.

Ein Lob dem Veranstalter: Der Teilnehmer findet hier beim Veitscher Grenzstaffellauf eine sehr gut organisierte Veranstaltung samt lückenloser Streckenmarkierung, reichlich Labestellen, einem abwechslungsreichen Laufuntergrund, ein Ziel-Fest mit Speis' und Trank, freundliche Helfer, Duschmöglichkeiten beim Jufa und noch einiges mehr vor!


28.06.2025: 37. Grenzstaffellauf Veitsch - Laufbericht


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Sonntag, 13. Oktober 2024

13.10.2024: Kleine Zeitung Graz Marathon im Team Hyundai - Erlebnisbericht Staffelmarathon

Vorwiegend laufe ich meine knapp 3.000 Jahreskilometer fernab von asphaltierten Straßen und großen Teilnehmerfeldern auf Trails. Doch es ist schon beinahe Tradition, dass ich am Ende meines Wettkampfjahres den Städtemarathon in Graz in Angriff nehme. 

Ich wohne mit meiner Familie im Süden von Graz. So liegt die Landeshauptstadt der Steiermark quasi vor meiner Haustüre. Auf Grund der leichten Erreichbarkeit habe ich vom Kleine Zeitung Graz Marathon schon einige Finisher-Medaillen in meiner Schublade. Auch meinen allerersten Marathon bin ich hier in Graz gelaufen. Nach exakt 4:00 Stunden krönte ich mich im Jahr 2014 zum Marathoni.

In diesem Jahr wollte ich jedoch eine Pause einlegen. Den wiederholten und zum scheitern verurteilten Selbstversuch, trotz fehlendem tempospezifischen Training auf sub 03:30 Stunden anzulaufen und zwischen bei 35 Kilometer "tilt" zu sein, habe ich eigentlich satt. Das Faire in der Leichtathletik ist, dass man in der Regel nicht für etwas belohnt wird, was man nicht trainiert hat. Auch dass der Marathon aus zwei beinahe identen Runden besteht, macht die Sache in Graz mental nicht gerade einfach. Vor allem das Teilstück ab der Keplerbrücke Richtung nördlichen Wendepunkt und retour, ist wenig attraktiv. Also heuer keine Teilnahme!

Manchmal kommt es dann doch anders. Durch Instagramm werde auf ein Gewinnspiel von Hyundai Österreich aufmerksam gemacht. Es werden zwei glückliche Gewinner gesucht, die in einer 4er-Staffel - gesponsert von Hyundai und Namensgeber des Staffelbewerbs - den Kleine Zeitung Graz Marathon in Angriff nehmen. Die beiden anderen Staffelteilnehmer sind niemand geringerer als Österreichs derzeit schnellster Marathonläufer Peter Herzog und Ex-Fußballprofi Sebastian Prödl. Dem nicht genug, wird zusätzlich ein tolles Rahmenprogramm geboten. Dazu gehört ein gemeinsames Essen am Vorabend, eine Nächtigung in einem guten Mittelklassehotel sowie ein uneingeschränkter Zutritt zum VIP-Bereich in der Grazer Oper am Marathon-Tag. 

Die Aussicht, Peter Herzog und Sebastian Prödl persönlich kennenzulernen und mit ihnen beim Abendessen über Sport und die Welt zu plaudern, veranlasst mich zur Teilnahme am Gewinnspiel. Und der Glücksengel meint es gut mit mir. Einige Tage später erhalte ich die Nachricht, dass ich einen Startplatz gewonnen habe. Die zweite Gewinnerin kommt aus Deutschland und nimmt für die Anreise nach Graz eine 12stündige Zugfahrt in Kauf.

Das Marathon-Wochenende startet wie versprochen mit einem gemeinsamen Essen am Vorabend des Marathonlaufs. Am Tisch sitzen Peter Herzog und Sebastian Prödl, namhafte Vertreter von Hyundai Österreich sowie Melanie aus Hannover und meine Wenigkeit. Ich genieße es, mit den Spitzensportlern über meine Teilnahme am Western States 100 zu plaudern und lausche den spannenden Erzählungen aus ihren erfolgreichen Karrieren. Dass ich recht spät esse, ist zwar nicht optimal, aber im Grunde egal. Denn wir vier sind uns einig, die Staffel zu genießen und keinen sportlichen Druck aufkommen zu lassen. Auch wenn Peter die Absicht kundtut, die erste rund 10 Kilometer lange Etappe in rund 30 Minuten laufen zu wollen 😱! Nach ein paar Stunden geht ein sehr gelungener Abend zu Ende.

Am nächsten Morgen reise ich entspannt mit dem Bus in die Stadt. Der erste Weg führt mich zur Akkreditierung für den VIP-Bereich, der in der Grazer Oper untergebracht ist. Was ist das für ein Privilig, sich hier aufhalten zu dürfen 😳. Das Catering fehlt natürlich auch nicht. So 

Nun heißt es aber, in den Shirts des Sponsors Hyundai für ein gemeinsames Foto am Opernring Aufstellung zu nehmen. Anschließend stimmen wir uns zeitlich ab, damit für die Staffelübergaben soweit alles klar ist. Und dann fällt auch schon der Startschuss.

Peter Herzog braust mit dem Elitefeld der Marathonläufer davon. Ich muss zusehen, dass ich rechtzeitig in meiner Wechselzone bin. Daher verabschiede ich mich von Melanie und Sebastian und trabe locker über die Herrengasse und Sackstraße bis zur Keplerbrücke. Dort bereite ich mich in meiner Wechselzone auf meinen Auftritt vor. Ich verstaue meine Regenjacke im Laufgürtel und warte auf das Eintreffen von Peter. 

Und da kommen sie auch schon angebraust. Gemeinsam mit den drei führenden Kenianern biegt Peter um die Kurve und übersieht beinahe die Wechselzone. Er übergibt mir den Transponder und ich laufe los. Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich als Führender der Staffelwertung unterwegs bin. So laufe ich quasi auf leerer Strecke zum Wendepunkt Nord hoch. Zuschauer applaudieren lautstark, wenngleich ich vermutlich teils große Verwunderung auslöse. Ich selbst würde mich am Streckenrand fragen, wie denn dieser doch ältere Mann ins Spitzenfeld des Kleine Zeitung Graz Marathons gelangt ist? 

Meine Kilometerzeiten pendeln sich bei rund 4:15 Minuten ein. Erst ein paar hundert Meter vor meiner Wechselübergabe am Glockenspielplatz werde ich von einigen Athleten überholt. Bis dahin laufe ich völlig allein; krass 😁. 

Nach knapp 40 Minuten übergebe ich den Zeittransponder an Melanie, unserer weiblichen Staffelteilnehmerin aus dem deutschen Hannover. Mit den besten Wünschen verabschiede ich sie auf ihre 13 Kilometer lange Teilstrecke. Ich ziehe mir meine Regenjacke über und beschließe, über den Schlossberg zurück zur Grazer Oper zu joggen.

Melanie und auch unser prominenter Schlussläufer Sebastian Prödl laufen hervorragende Zeiten. Die letzten paar hundert Meter entlang des Opernringes versammeln wir uns um unseren Schlussläufer Sebastian und laufen gemeinsam über die Ziellinie. So sind wir nicht nur eine sehr sympathische, sondern mit einer Gesamtzeit von 3:09:12 Stunden und Platz 7 in der Mixed-Wertung des Kleine Zeitung Graz Marathon auch eine sehr erfolgreiche Hyundai-Staffel!

Zurück im VIP-Bereich ziehe ich mir trockene Klamotten über und lasse es mir noch einige Zeit bei Speis und Trank und interessanten Gesprächen gut gehen. Dann verabschiede ich mich von Melanie, Peter und Sebastian sowie von den Vertretern des Sponsors und fahre nach Hause, um meiner Familie vom erlebnisreichen Tag zu berichten. 

Noch einmal ein herzliches Danke an Hyundai Österreich für dieses sehr spezielle und wohl einmalige Marathon-Wochenende. Es war mir eine Ehre, Teil dieser Staffel gewesen zu sein.

Ich hoffe, viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten einen ebenso unvergesslichen Zieleinlauf und morgen keinen quälenden Muskelkater 🐈. Aber wenn doch? "Der Scherz vergeht, der Stolz bleibt!"

13.10.2024: Kleine Zeitung Graz Marathon im Team Hyundai - Erlebnisbericht Staffelmarathon


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Sonntag, 8. Oktober 2023

08.10.2023: Kleine Zeitung Graz Marathon - Ein Spiegelbild meiner Läuferseele

Der Graz-Marathon feiert Jubiläum! Am 8. Oktober 2023 geht die 30. Auflage des Kleine Zeitung Graz Marathon über die Bühne. Ich selbst stehe in der Landeshauptstadt zum 6. Mal am Start über die klassische Marathon-Distanz und werde gemeinsam mit weiteren rund 750 Teilnehmer:innen die 42,195 Kilometer lange Strecke in Angriff nehmen. Aber auch zahlreiche Unterdistanzen stehen zur Auswahl: Neben Kinder- und Jugendläufen sowie dem Familienlauf werden weiters ein Viertel-, Halb- und der Staffelmarathon angeboten. Der 5 Kilometer lange City Run, ein Bewerb für die Nordic Walker und der bei den Kleinsten sehr beliebte Maskottchenlauf runden das vielseitige Bewerbs-Potpourri ab.

Die Zeitnehmung erfolgt durch die Firma MaxFun Timing. Der Transponder hierfür ist in die Startnummer integriert. Nur die Staffelläufer tragen den Zeit-Chip mittels Klettband am Handgelenk, damit die Übergabe beim Wechsel zügig von statten gehen kann. Das Fotoservice übernimmt Foto Viertbauer. 2-3 Tage nach dem Laufevent können die Fotos online betrachtet und bei Gefallen bestellt werden.

Ich starte wiederholt den Selbstversuch, ohne adäquates Tempotraining die Kilometer mit knapp unter 5 Minuten zu laufen. Es ist zwar nicht schlau zu schnell zu starten, um mit Vorsatz dann auf dem letzten Viertel einzubrechen. Aber es ist für mich schon Tradition, hier beim Kleine Zeitung Graz Marathon diese leidvolle Erfahrung zu machen.

Meinen Plan, mich von Start weg im Windschatten des Pacers mit der Zielzeit 3:30 Stunden aufzuhalten, verwerfe ich bereits auf der Startgeraden. Viel zu schnell läuft er aus meiner Sicht die ersten Kilometer. Das zeigt auch die Durchgangszeit von 14:19 Minuten nach 3 Kilometer. Ich laufe daher mein eigenes Ding.

Letztendlich schaffe ich es tatsächlich, bis Kilometer 34 auf die Zielzeit 3:30 Stunden unterwegs zu sein. Dann wird mir jedoch die Rechnung des zu hohen Anfangstempos präsentiert. Mich plagen Krämpfe in den Oberschenkeln und sogar in den Füßen. So schmerzhaft diese Erfahrungen sind, ich finde sie fair. Denn ohne entsprechender Vorbereitung gibt es in der Leichtathletik in der Regel nichts zu ernten. Ich möchte keine Muskelverletzung riskieren. Und mir fehlt zugegebenermaßen auch der letzte Biss. Es ist ein wenig ein Spiegelbild meiner Läuferseele. Seit ich mir im letzten Jahr mit der Teilnahme am Western States 100 meinen sportlichen Lebenstraum erfüllt habe, bin ich auf der Suche nach einem neuen Traum oder zumindest einem neuen großen Ziel. Das ist aber gar nicht so einfach. Man kann es nicht erzwingen, einen neuen, inspirierenden Lauftraum zu haben. 

So mache ich auf den letzten Kilometern regelmäßig Pausen, um die Muskulatur zu dehnen und zu lockern. Manch ein Mitläufer will das jedoch nicht akzeptieren. Ich finde es völlig befremdlich, dass ich zum Teil richtig energisch aufgefordert werden, es im Laufschritt zu Ende zu bringen. Einer greift mir sogar an die Schulter und will mich vorwärts ziehen. Geht´s noch? Diese Art der Motivation brauche ich nicht. Ich könnte die vierfache Distanz laufen. "Lasst mich doch einfach in Ruhe", denke ich mir und trabe weiter Richtung Ziellinie.

Abgerundet wird der Ausflug in die Landeshauptstadt mit einer kleinen, überfüllten Umkleide mit noch überfüllteren Containerduschen. Aber ich weiß natürlich, worauf ich mich Jahr für Jahr einlasse. Von daher gibt es in Richtung Veranstalter auch keine Vorwürfe.

08.10.2023: Kleine Zeitung Graz Marathon - Laufbericht


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Samstag, 29. August 2020

29.08.2020: Pyhrn-Priel-Trophy 2020 - Laufbericht

Die Eckdaten des Marathon-Trails der Pyhrn-Priel-Trophy können sich sehen lassen: 46,2 Kilometer / 2575 Höhenmeter! Auf die gesamte Wegstrecke sind lediglich 5 Kilometer auf asphaltierte Straßen zu laufen. Rund 14 Kilometer fallen auf Schotterwege und knapp 28 Kilometer auf Wald- und Wiesenpfade. Trail-Herz, was willst du mehr?

Laufbericht Pyhrn-Priel-Trophy von Wolfgang Kölli
Das oberösterreichische Spital am Pyhrn ist zum 7. Mal Austragungsort der Pyhrn-Priel-Trophy. Als Veranstaltungszentrum dient das barocke Stift, in dem auch das Jufa Hotel, die Tourismus-Infostelle und aktuell die sehenswerte Gerlinde Kaltenbrunner - Ausstellung untergebracht sind. Im Zuge der Veranstaltung werden die steirischen Meisterschaften im Bergmarathon ausgetragen. Dank meines Laufclubs, dem MT-Hausmannstätten, bin ich für die Meisterschaften genannt. Wenn gleich ich ob des starken Starterfeldes in meiner Altersklasse wohl nur Außenseiterchancen auf eine Medaille habe.

Wir sind schon einige Tage hier in der Region und wohnen unweit des Stiftes. Ob die mit Wanderungen, den Trainingsläufen und die mit gutem Essen und Trinken verbrachten Tage meiner Form dienlich waren, wird sich weisen. Aber das mit dem Timing des Formaufbaus auf Saison-Höhepunkte ist heuer ohnehin so eine Sache, die mir nicht so recht gelingen will.

Die Startnummernausgabe findet am Vorabend des Wettkampfes statt. Das strenge COVID-Präventivkonzept sieht vor, dass bei der Abholung der Startunterlagen MNS-Pflicht herrscht. Begleitpersonen dürfen das Veranstaltungsgelände nicht betreten. Sehr cool: Das race-briefing wird am frühen Abend via Facebook live übertragen.

Es ist Race-Day! Der Himmel ist wolkenverhangen. Just als ich mich auf den Weg machen möchte, beginnt es stark zu regnen. Ich ziehe mir die Regenjacke über und trabe locker die paar hundert Meter zum Startbereich.

Aber die Wettervorhersage behält recht. Pünktlich zum Start hört der Niederschlag auf und es zeigen sich am Himmel erste  Auflockerungen. Ich verstaue die Regenjacke in meiner Laufweste. Beim Zugang zum unmittelbaren Startbereich wird die Pflichtausrüstung kontrolliert. Der Start erfolgt in Intervallen, damit sich die Teilnehmer auf den ersten Metern nicht zu nahe kommen.

Als Teilnehmer der Meisterschaften starte ich aus dem ersten Block. Und los! Die Strecke führt uns Teilnehmer raus aus Spital und entlang des Klammbaches. Nach rund 2 Kilometer ist die erste nennenswerte Steigung hochzulaufen. Die Wege sind voller Pfützen, die Steine auf den Trails sind rutschig, Wiesen- und Waldpfade schlammig. Es gilt, sehr konzentriert zu laufen.




Die flotten Jungs sind mir längst enteilt. Faszinierend, in welchem Tempo die Sieganwärter die Anstiege hochlaufen. Doch in welcher Geschwindigkeit bei diesem schwierigen Terrain bergab geballert wird, ist schier unglaublich. Vielleicht liegt es an meinem Alter. Aber ich habe heute nicht den Mumm, schnell abwärts zu laufen. Zu großen Respekt habe ich vor dem rutschigen Untergrund und Angst vor einem möglicherweise schweren Sturz. Und auch heute habe ich meiner Familie versprochen, gesund nach Hause zu kommen. "Versprochen ist versprochen, daher wird auch nichts gebrochen!", oder so ähnlich lautet das Sprichwort.

Nach rund 8 Kilometer überlaufe ich die Landesgrenze zur Steiermark. Für knapp 4 Kilometer befinde ich mich nun in meinem Heimatbundesland.

Die Strecke führt uns zurück ins Tal. Nach einem Teilstück an der stark befahrenen Pyhrnpass-Straße unterqueren wir die Autobahn und es wartet der beschwerliche Anstieg zur Wurzeralm. Obwohl ich erst knapp die Hälfte der Strecke hinter mich gebracht habe, fühle ich mich bereits ausgepowert. Da hilft die regelmäßige Einnahme von Energie-Gels nur bedingt. Die oft zitierte Tagesform ist heute nicht die Beste.

Rinnsale schießen auf den steilen Anstiegen entgegen. Der Boden ist aufgeweicht und schlammig. Meine Stöcke leisten mir hier gute Dienste. Schritt für Schritt steige ich der Wurzeralm-Bergstation entgegen. Nach einem kurzen Aufenthalt an der Labestation, finde ich 2 gut laufbare Kilometer vor. Zu den Labestationen ist zu erwähnen, dass auch hier Hygiene groß geschrieben wird. Kein Teilnehmer darf sich selbst bedienen, sondern das von ihm Gewünschte wird portioniert und in einer Einweg-Schale gereicht.

Ab dem Brunnsteinersee geht es steil zum Sattel der Roten Wand auf knapp 1900 Meter Seehöhe hoch. Satte 400 Höhenmeter sind auf einem Kilometer Länge zu "erklettern". Teils sind die Stufen so hoch, dass ich mich auf allen Vieren hochziehe. Schwindelfreiheit ist hier vorausgesetzt.

Bergab sind die nächsten Kilometer auf nassem Fels mindestens genau so anstrengend wie der Aufstieg. Hinweisschilder mit den Aufschriften "Verhaxl di net" oder "Achtung schwieriges Gelände" warnen den Teilnehmer vor einem allzu übermütigen Downhill. Ich hab´s heute körperlich nicht drauf. Umso vorsichtiger steige ich Stufe für Stufe abwärts.



Nach 37 Kilometer ist Roßleithen erreicht. Die Wege sind mittlerweile wieder gut laufbar. Auf dem Weg zurück nach Spital häufen sich Gehpassagen und Fotostopps. Mein Zeitziel habe ich längst deutlich überschritten. Aber trotz all der Strapazen wird auch dieser Bergmarathon in guter Erinnerung bleiben. Ich liebe einfach die Herausforderung, lange, anspruchsvolle Laufstrecken zu meistern.

Ich laufe parallel zur A9 und habe bereits Blick auf die Spitaler Stiftskirche Mariä Himmelfahrt. Noch einmal geht es einige Höhenmeter aufwärts und über unzählige Stufen den Josefiberg hinunter.

Nach 7 Stunden und 13 Minuten laufe ich über die Ziellinie. Ich muss mich wiederholen, aber das Ambiente hier rund um das Stift ist wirklich atemberaubend. Schade, dass ich hier heute coronabedingt nicht länger verweilen kann. Ich platziere mich unter 102 gestarteten Teilnehmern auf den für mich doch enttäuschenden 66. Rang. In der Altersklasse M45 der Steirischen Meisterschaften belege ich den 4. Rang.

Fazit: Die Strecke ist sehr anspruchsvoll. Nicht nur die Höhenmeter, auch der teils schwer laufbare Untergrund kosten Kraft. Entschädigt wird der Teilnehmer - sonniges Wetter vorausgesetzt - mit toller Fernsicht. An der Organisation gibt es nichts zu bemängeln. Die Labestationen sind gut positioniert und ausreichend bestückt. Die Streckenmarkierung ist tadellos. Der Start-/Zielbereich bietet gute Infrastruktur und ein tolles Ambiente.

29.08.2020: Pyhrn-Priel-Trophy 2020 - Laufbericht


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Freitag, 24. April 2020

24.04.2020: GSR Außenring bzw. Rundumadum "Fastest known time" - Laufbericht

GSR Außenring "Rundumadum"
In den letzten Monaten habe ich mich für die ersten Saison-Highlights des Jahres 2020 vorbereitet. Den Start in das Ultralaufjahr sollte ein 6-Stunden-Lauf in Lassee bilden und in weiterer Folge war die Teilnahme an den 100 Meilen von Istrien geplant.

Bereits Ende Februar ist jedoch klar, dass auf Grund des sich sehr schnell über den Erdball ausbreitenden Corona-Virus Reisen ins Ausland nicht mehr angeraten sind. Wenige Wochen später werden die Staatsgrenzen dicht gemacht und auch innerhalb Österreichs werden Schulen, Gaststätten, Hotels geschlossen sowie Großveranstaltungen bis auf unbestimmte Zeit gesetzlich verboten.

Die aktuelle Zeit ist für uns alle sehr fordernd. Obwohl wir in unserer Familie keine Krankheitsfälle oder gar Todesopfer zu beklagen haben, stellt uns die merkwürdige Zeit vor neue Herausforderungen. Eine Ausgangsbeschränkung ist erlassen. Freunde und Familienangehörige dürfen nicht mehr getroffen werden. Einkaufen ist nur mit Schutzmaske gestattet. Unser schulpflichtiger Sohn hat seine Lernaufgaben ebenso zu Hause zu verrichten wie meine Frau und ich unsere beruflichen Angelegenheiten im Homeoffice zu erledigen haben.

Läufe um und auf den Hühnerberg helfen mir dabei, meinen Kopf frei zu bekommen, überbordende Medienberichte nach Gewichtung zu selektieren und mich nebenbei halbwegs fit zu halten. Nun ist es an der Zeit, einen Wettkampf zu bestreiten. Wenn auch nur alleine ...

Das COVID-19-Maßnahmengesetz der Österreichischen Bundesregierung

Entsprechend der Verordnung gemäß §2 Z1 des COVID-19-Maßnahmengesetzes in der Fassung vom 18. April 2020 ist zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 das Betreten öffentlicher Orte verboten.

#stayathome #runalone
Ausgenommen von diesem Verbot sind Betretungen, wenn öffentliche Orte im Freien alleine, mit Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben, oder mit Haustieren betreten werden sollen. Gegenüber anderen Personen ist dabei ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten.

Zum Unterschied von Staaten, die vom Corona-Virus besonders schlimm betroffen sind und eine komplette Ausgangssperre verhängt haben, muss der Laufschuh in Österreich nicht in die Tonne geworfen werden. Im Gegenteil: Bewegung im Freien ist zur Stärkung des Immunsystems sogar angeraten. Zudem treffe ich auf den von mir bevorzugten Trails kaum Personen. Und wenn doch, umlaufe ich diese Leute großzügig. Eine Mund-Nasen-Schutz-Maske (kurz MNS) habe ich in der aktuellen Situation in meiner Laufweste mit dabei.


Der GSR Außenring bzw. Rundumadum

GSR Außenring
Das heutige Objekt meiner Laufbegierde ist der GSR Außenring oder wie ich ihn nenne, der GSR Rundumadum! GSR ist die Abkürzung für GU-SÜD-Rundwanderweg, wobei GU für Graz-Umgebung steht. Der GU-SÜD ist ein Zusammenschluss von ursprünglich acht Gemeinden im Süden von Graz, die das GSR-Wanderwegenetz ins Leben gerufen haben.

Nach der steirischen Gemeindestrukturreform sind sechs Gemeinden verblieben. Der GSR besteht aus vier Ringen, die nach den Himmelsrichtungen benannt sind und führt durch jede dieser sechs Gemeinden. Unter Wanderfreunden sind der GSR-Südring, der -Nordring, -Ostring und -Westring über die Gemeindegrenzen hinweg bekannt.

Als Außenring bzw. Rundumadum bezeichne ich jene Route, die außen um alle vier Ringe führt. Ich habe diesen Außenring zur Veranschaulichung in der Grafik gelb markiert.

Der GSR Rundumadum hat eine Länge von rund 45,5 Kilometer und 1.260 Höhenmeter im Anstieg. Besonders freut es mich, dass der Außenring durch meine Wohnsitzgemeinde Fernitz-Mellach führt, sodass ich meinen Lauf über den GSR Außenring quasi vor der Haustüre starten kann.

Die GSR Rundwanderwege sind grundsätzlich recht gut markiert. Um jedoch auf dem Außenring nicht die Orientierung zu verlieren, habe ich mir einen GPX-Track angefertigt und auf meine Laufuhr geladen.

Diesen Track stelle ich auf der Plattform "alltrails" gerne zum Download bereit:
https://www.alltrails.com/de/explore/map/133119-5481b2f

Fastest known time (FKT) und virtueller "Social Distancing" Run

Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich sogenannte Fastest known time - Läufe (kurz FKT). Hier geht es darum, eine ausgewählte Route auf Bestzeit zu laufen. Routen, die von Interesse sind, werden auf dem Internetportal fastestknowntime.com gelistet. Auch wer die aktuelle Bestzeit hält, ist auf der Webseite gespeichert. Unterbietet man diese Zeit, kann man den Nachweis über die erbrachte Laufzeit (GPX-Track, livetiming-Datei etc.) online einreichen und nach positiver Prüfung wird man als neuer Bestzeitenhalter geführt.

Die Route wird grundsätzlich alleine gelaufen. Unterschieden wird lediglich, ob man zwecks Unterstützung auf eine Crew zählen darf, die in regelmäßigen Abständen supportet. Oder ob man sich selbst unterwegs mit Nahrung und Flüssigkeit eindeckt. Keinerlei Unterstützung bedeutet, dass man während des Laufes lediglich Trinkwasser aus Quellen, Brunnen, notfalls Geschäften, erhalten darf.

Über 1.500 Routen sind auf dem Portal bereits veröffentlicht. Ich selbst habe zwei Routen bei fastestknowntime.com eingereicht. Zum einen den 133 km langen Grabenlandtrail, der in meiner Wohnsitzgemeinde Fernitz-Mellach seinen Ursprung und Ziel hat.

Aber auch der von mir als "GSR Rundumadum" bezeichnete Außenring um die vier bekannten GSR-Wanderrouten ist mittlerweile als mögliche fastestknowntime-Strecke gelistet.

Mir dient die Aussicht auf die "fastest known time" über den GSR Außenring heute als Motivation, das Lauftempo so gut es geht hoch zu halten. Ich möchte die 45,5 Kilometer lange Strecke mit den 1.260 positiven Höhenmetern nach Möglichkeit unter 5 Stunden laufen.

Kein Wettkampf ohne Startnummer und Finisher-Medaille! Obwohl die Durchführung von regulären Wettkämpfen nicht möglich ist, gibt es viele Anbieter, die für einen sogenannten "social distancing" - Run virtuelle Startnummern zur Verfügung stellen und im Anschluss an den autonomen Lauf die Finisher-Medaillen zusenden. So habe auch ich meinen heutigen Lauf  um den GSR Außenring auf der Plattform "Marathon Training Academy" registriert und erwarte in ein paar Wochen die (hoffentlich verdiente) Finisher-Medaille.

Zum Unterschied von organisierten Laufevents bin ich heute auf mich allein gestellt. Keine Verpflegestellen erwarten mich in regelmäßigen Abständen mit reich gedeckten Tischen. Was ich für die kommenden Stunden benötige, habe ich im Laufrucksack mit dabei. Lediglich Wasser plane ich am Trinkwasserbrunnen in Vasoldsberg nachzufüllen.

Für meine Laufweste, der Salomon Adv Skin5, ist es heute der letzte Lauf. Jahrelang war sie mir über viele tausend Kilometer ein verlässlicher Begleiter. Aber der Zahn der Zeit hat an ihr genagt. So sind nicht nur Reißverschlüsse arg verschlissen, auch Risse im Material mussten schon mehrfach genäht werden. Kurzum, sie hat sich den Ruhestand redlich verdient. Bestückt habe ich die Laufweste heute mit:
  • Softflasks (2 x je 0,5 Liter mit Wasser gefüllt)
  • 1,5 Liter Wasser in der Trinkblase
  • 6 Energie-Gels PowerBar green apple
  • 1 Energie-Riegel Isostar Cereals and Chocolate
  • "Notgroschen" für alle Fälle
  • Regenjacke
  • Smartphone
  • Ipod
  • Müllbeutel
  • Taschentücher
Ich nehme die Corona-Infektionsgefahr sehr ernst und halte mich seit Beginn strikt an die Vorgaben der Regierung. Daher dürfen heute - für alle Fälle und Notfälle - im Erste-Hilfe-Set auch ein Mund-Nasen-Schutz, Einweg-Handschuhe und ein Desinfektionsmittel in meiner Ausrüstung nicht fehlen. Vorwegschicken möchte ich, dass mir in den kommenden Stunden keine Personen auch nur ansatzweise nahe kommen werden. Kurzum, das sogenannte "social distancing" wird mehr als deutlich umgesetzt.


Auf die Plätze, fertig, los ...

Mein Herz lacht innerlich voller Vorfreude, die Sonne tut es mir gleich. Auch wenn es mir jetzt kurz vor acht Uhr doch ein wenig fröstelt und Handschuhe meine Finger wärmen. Laut Wetterfrosch sind wolkenloser Himmel und über Mittag frühsommerliche 25 Grad prognostiziert. Quaxi wird Recht behalten. Beim Frühstück vertraute ich auf Bewährtes. Ein Toastbrot mit Honig und eines mit Schokocreme, dazu zwei Tassen Kaffee, haben vor rund zwei Stunden den Weg in mein Bäuchlein gefunden.

Fernitz-Mellach
Hier im Erzherzog-Johann-Park, inmitten des wunderbaren Blumendorfes Fernitz-Mellach, starte ich in wenigen Minuten mein Laufprojekt. Ich befinde mich am GSR-Westring und nehme mir vor, den GSR Außenring gegen den Uhrzeigersinn innerhalb von 5 Stunden zu umlaufen. Mit einem kontrollierenden Blick auf meine Garmin - Laufuhr vergewissere ich mich, dass die Strecke geladen und der GPS-Empfang hergestellt ist. Auch das live-tracking starte ich. Alles paletti! Ich mache ein Start-Selfie und zähle mir leise den Countdown zum Start. 3, 2, 1 .... Lets´go!

Die ersten hundert Meter führt mich die Route aus dem Erzherzog-Johann-Park und an der Pfarrkirche Fernitz-Mellach vorbei. Der Weg ist menschenleer. Abstand zu wahren ist derzeit unumgänglich. Bei unerwartet auftauchenden Personen kann ich mir spontan meinen Schlauchschal über Mund und Nase hochziehen. Für alle Fälle, speziell auch für unerwartete Notfälle - ich könnte ja auch Erste-Hilfe leisten müssen - führe ich im Laufrucksack eine MNS-Maske, Einweg-Handschuhe und Desinfektionsmittel mit.

Ich folge für einige hundert Meter den Gehweg entlang des Ferbersbaches. Dann verlasse ich auch schon den Westring und wechsle für die nächsten Kilometer auf den GSR-Südring. Die GSR-Ringe werde ich heute noch einige male wechseln. Gedanklich lasse ich mich spontan auf Wortspiele mit den Ringen ein. Ich fällt das Kinderlied Ringel, Ringel, Reihe ein, das ich leise vor mich hinsumme. Dann schweifen meine Gedanken zum Verlobungsring ab, mit dem ich meiner Lebensgefährtin vor 17 Monaten einen Heiratsantrag gemacht habe. Und letztendlich erhoffe ich mir, mich nach der erfolgreichen Umrundung des GSR Außenringes als "Herr der Ringe" bezeichnen zu können. Ein Ring-Ring meines Smartphones reißt mich aus dem Tagtraum. Meine künftige Ehefrau wünscht mir nochmal alles Gute für das heutige läuferische Unterfangen! Und weist mich darauf hin, dass das live-tracking nicht funktioniert. Ich habe vergessen, meinen Forerunner mit dem Smartphone zu koppeln. Ab sofort bin ich als blinkender Punkt auf der Landkarte zu verfolgen.

#zweiundvierzugundmehr #trailrunning
Rund 900 Trainingskilometer stecken heuer in den Beinen. Die Vorbereitung sollte für einen kurzen Ultra ausreichend sein. Wenn gleich die langen Läufe in den letzten Wochen eher Mangelware gewesen sind.

Ich biege scharf links ab und laufe ein kurzes Stück auf dem sogenannten Feldweg, der auch gleichzeitig eine Wegstrecke des Grabenlandtrails ist. Apropos Grabenlandtrail: Sollte auch der 24-Stunden-Lauf in Bad Blumau Anfang Juli dem Corona-Virus zum Opfer fallen, werde ich wohl alternativ auch den Grabenlandtrail mit seinen 132 Kilometern Länge alleine in Angriff nehmen.

Der Südring ist gut markiert und wartet gleich mit einigen Höhenmetern auf. Es geht dem Buchkogel hoch. Meine Beine fühlen sich bergauf doch schwerer an, als ich erwartet habe. Das liegt wohl am fehlenden Tapering. Und die Birken- und Gräserpollen quälen mich auch seit Wochen. Auch die mit 1,5 Liter Wasser gefüllte Trinkblase auf dem Rücken bin ich nicht gewohnt. Eben noch aufwärts, geht es auf Asphalt Richtung Enzelsdorf Vorstadt zu Tal. Aber nur einen gute Kilometer, schon ändert der Südring wieder seine Richtung. Über Waldpfade, Schotterwege und Wiesen führt der Trail nach Enzelsdorf.

Hier schickt sich ein Feldhase an, mich zum Laufduell herauszufordern. Er wartet im Acker bis ich auf gleicher Höhe bin, um mir dann mit flotten Hoppelsprüngen keine Chance zu lassen. Diese Erfahrung bestätigt meine Theorie: Je kürzer das Stummelschwänzchen, desto schneller kann man laufen. Also kein Wunder, dass ich nur mit mäßigem Tempo auf den Trails dieser Welt unterwegs bin. Der Südring läuft sich abwechslungsreich! "Ich liebe das Laufen auf Trails!", jauchze ich vor mich hin.

Betreten auf eigene Gefahr!
An der Jakobikirche vorbei geht es über einen steilen Wiesen- und Waldpfad auf den Mellachberg. Ein eingezäuntes Grundstück ist zu durchqueren. Das Hinweisschild am Zugangstor weist auf das Betreten auf eigene Gefahr hin. Ein mulmiges Gefühl macht sich in der Magengrube breit. Was oder wer wird mich erwarten? Ein sein Revier verteidigender Hofhund? Ein schlecht gelaunter Zuchtbulle? Oder betrete ich gar eine Schlangenfarm mit Freilandhaltung? Bevor mein Gehirn noch irrationalere Gedanken spinnen kann, habe ich das Grundstück ohne Zwischenfälle auch schon wieder verlassen und laufe Richtung Wutschdorf. Bereits 7 Kilometer habe ich hinter mich gebracht und liege recht gut im auferlegten 6 min/k-Schnitt. Ich labe mich mit einem Gel.

Nach ein paar Kilometern auf Schotterwegen und Asphaltstraßen führt mich die Strecke zuerst wieder auf Waldwegen, dann am Rand von Äckern Richtung Gnaning zu Tal. Wer Zeit und Lust hat, kann hier einen kurzen Abstecher zur Dorfkapelle machen, wo auch eine Kontrollstelle des GSR eingerichtet ist. Ich bleibe heute jedoch auf der offiziellen Route und laufe am Talboden des Jakobsbaches auf breiten Waldwegen Richtung Norden.

GSR Wanderwegenetz
Nach rund 14 Kilometer verlasse ich beim Aufstieg zum Hühnerberg den Südring und laufe fortan am Ostring weiter. Hier bietet sich an, dem Gipfelkreuz des Hühnerbergs seine Aufwartung zu machen. Über 50 mal habe ich heuer im Gipfelbuch schon mein "Zähl-Stricherl" hinterlassen. Aber heute erspare ich mir den Umweg und bleibe konsequent auf dem GSR Rundumadum - Kurs.

Meine Garmin leistet mit den abgespeicherten Streckendaten gute Dienste. Trotz vereinzelt missverständlicher Markierung der unterschiedlichen, sich kreuzenden Wanderwege behalte ich so die Orientierung und Umwege bleiben mir erspart.

8-Eck-Stadl in Vasoldsberg
Rund ein Drittel des GSR Außenringes habe ich hinter mich gebracht. 500 Höhenmeter stehen auf der Haben-Seite. Ich bin seit 93 Minuten unterwegs. Ich stärke mich mit einem weiteren Energie-Gel, spüle reichlich Wasser nach und laufe auf einem schönern Waldweg ins Tal des Ferbersbaches. Auf Asphaltstraßen geht es durch den Ort Ferbersdorf weiter nach Vasoldsberg. Der achteckige Stadl in Vasoldsberg ist immer einen Foto-Stopp wert. Gut, dass der Trinkwasserbrunnen vor dem Gemeindeamt seinen Betrieb aufgenommen hat. Meine Wasservorräte sind beinahe aufgebraucht. Ich fülle meine Soft-Flasks nach und laufe die Schloßstraße hoch.

150 Höhenmeter gilt es auf den nächsten 3,5 Kilometern nach Tiefernitz zu überwinden. Hier auf rund 510 Meter über Adria ist auch der höchste Punkt der Strecke erreicht. Tolle Ausblicke in die Region entschädigen jedoch für die Strapazen des Aufstieges. Der Ostring führt hier in westlicher Richtung über Dürwagersbach nach Raaba-Grambach zurück. Aber ich will heute um alle Ringe außen herum. Daher wechsle ich auf den GSR-Nordring und laufe auf der Steinbergstraße Richtung Pachern zu Tal. Bevor es abwärts geht, erhasche ich noch einen wunderbaren Blick auf den Hausberg der Grazer, dem Schöckl. Völlig unerwartet krampft beim bergab laufen mein linker hinterer Oberschenkelmuskel. Mal bleibe ich vor Krämpfen gänzlich verschont, mal plagen sie mich. Ich konnte noch kein Muster erkennen. Wie auch immer: Ich muss anhalten und meinen Muskel dehnen.

Modern Golf Hart bei Graz
Mit kurzen Schritten tipple ich weiter talwärts. Ich unterquere die A2 - Südautobahn und folge für einen knappen Kilometer den Autobahnbegleitweg.

Die Strecke führt, am Golfplatz "Modern Golf" vorbei, die Rupertistraße 100 Höhenmeter aufwärts. Wie all die andere Sportstätten, sind auch die Golfplätze zur Verhinderung der Ausbreitung des Corona-Virus gesperrt. Ab 1. Mai dürfen Sportanlagen im Freien jedoch wieder benutzt werden. Auch ich habe vor einigen Jahren mal eine Zeit lang den Golfschläger geschwungen. Aber mangels Zeit und Talent habe ich das Golfspiel auf unbestimmte Zeit eingestellt. Die Temperaturen steigen. Der Schweiß fließt. Viel wird auf herrlich sonnige 25 Grad nicht fehlen. Immer wieder zwingen mich Krämpfe zu kurzen Pausen. Ich lenke mich mit Musik aus dem Ipod ab.

Weiterhin auf asphaltierten Gemeindestraßen geht es die nächsten beiden Kilometer fallend nach Hart bei Graz. Am Abfallzentrum vorbei verläuft der Weg Richtung Raaba. Hier verlaufe ich mich das erste Mal. Ich quere eine Brücke zu früh den Raababach. Der Vibrationsalarm meiner Uhr weist mich darauf hin, dass ich die gespeicherte Strecke verlassen habe. Zwar nicht nennenswert, aber immerhin. Also umdrehen. Mehr als 500 Meter Umweg sind es nicht gewesen.

Noch einmal muss die Südautobahn gequert werden, bevor der letzte Aufstieg über den Rabenkogel wartet. Auch hier finde ich mich im Wege-wirr-warr nicht auf Anhieb zu recht. Aber letztendlich belaufe ich ohne nennenswerten Zeitverlust einen wunderbaren Singletrail und Hohlweg Richtung Grambach.

Wanderwege über den Rabenkogel
36 Kilometer sind geschafft. Obwohl ich immer mal wieder kurz anhalten muss, um meine krampfenden Oberschenkel zu dehnen, bin ich noch voll auf Kurs sub 5 Stunden. Hier treffe ich wieder auf den Ostring, der sich aus dem Wolfsgraben schlängelt. Aber bereits 300 Meter weiter wechsle ich auf den finalen, vierten Ring, den Westring. Auf diesem Ring bleibe ich bis zum Start/Ziel in Fernitz-Mellach. Auch die Höhenmeter sind abgehakt. Die verbleibenden knapp 10 Kilometer verlaufen flach zurück nach Hause.

Auf dem Holzweg, der in Wahrheit eine asphaltierte Straße ist, geht es zwischen Äcker und Wiesen Richtung Dörfla. Ich streife südlich den Golfclub Grazer Murauen. Auch hier werden ab 1. Mai wieder die Golfbälle fliegen dürfen. Ich laufe parallel zur Mur. Auf Höhe des Altstoffzentrums in Gössendorf muss ich für rund 150 Meter dann doch den Original-Kurs verlassen. Die Strecke führt eigentlich durch den öffentlichen Spielplatz. Aber auch Spielplätze sind in dieser merkwürdigen Zeit gesperrt und so entschließe ich mich, die geringfügige Streckenabweichung in Kauf zu nehmen. Ich komme mittlerweile zwar etwas langsamer vorwärts, aber dieses Finish unter 5 Stunden nimmt mir niemand mehr", fasse ich den heutigen Lauftag gedanklich zusammen.

Finish!
Wieder auf Wald- und Schotterwegen laufe ich am sogenannten Reiterweg durch die Mur-Auen. Die Vögel zwitschern, die Luft ist rein. Es ist herrlich! Jetzt noch durch die sogenannte Au-Mühle. Das ist ein kleiner, privater Tierpark. Hier tummeln sich etwa 80 Tierrassen. Pony, Meerschweinchen & Co. werden sich bestimmt auch schon gewundert haben, warum seit mehreren Wochen keine Besucher kommen. Auch hier der Grund das Covid-19-Virus.

Endspurt! Das Blumendorf Fernitz-Mellach ist erreicht. Ich erreiche nach 4 Stunden und 53 Minuten den Erzherzog-Johann-Park. Ich habe das vorgenommene Zeitziel erreicht. Ich bin zufrieden. Da ich weder die Schutzmaske noch den Notgroschen gebraucht habe, entscheide ich mich spontan, ein Eis beim Dealer meines Vertrauens, dem Eissalon Purkarthofer, zu kaufen. Und dann schnell ab nach Hause! Meine Familie wartet!

Den File meiner Laufuhr übermittle ich im Anschluss an fastestknowntime.com und die neue Bestzeit auf dem GSR Außenring "Rundumadum" wird binnen weniger Stunden bestätigt. Mal sehen, wie lange der Streckenrekord Bestand hat. Luft nach oben ist für ambitionierte Läufer jedenfalls genug.

Und ja, ab sofort trage ich den Titel "HERR DER RINGE"! Zumindest Herr des GSR Süd-, Ost- West- und Nordringes! Bleibt gesund, lauft derzeit alleine und haltet Abstand!


24.04.2020: GSR Außenring bzw. Rundumadum "Fastest known time" - Laufbericht


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Samstag, 21. September 2019

21.09.2019: Stanzer Trailrun - Laufbericht

Stanzer Trailrun 2019
Während ich zum Gipfelkreuz des Hochschlag empor steige, denke ich an das Jahr 2017 zurück: Vor zwei Jahren kroch ich hier beinahe auf allen Vieren den teils sehr steilen Pfad hoch, musste Erholungspausen einlegen, um es überhaupt auf den Gipfel zu schaffen. Fernsicht? Fehlanzeige! Es war nebelig trüb. Die Tage zuvor hatte es stark geregnet. Entsprechend teils knöcheltief matschig waren die Wege. Meine Zielzeit verfehlte ich klar. Knapp 6 Stunden benötigte ich für die 48 Kilometer lange Strecke mit 1900 Höhenmeter.

Heute ist vieles anders. Obwohl meine Beine diese Woche bereits 60 Trainingskilometer gelaufen sind, erklimme ich fast mühelos die vielen Anstiege. Meine Vorgabe, nach Körpergefühl und nicht nach Zeit zu laufen, lässt den diesjährigen Stanzer Trailrun zu einem wunderbaren Erlebnis werden.

Aber von vorne: Stanz im Mürztal ist bereits zum 10. Mal Schauplatz des sogenannten Stanzer Trailrun. Die sehr anspruchsvolle Strecke weist auf 49 Kilometer Distanz 1900 positive Höhenmeter auf. Der überwiegende Teil der Strecke führt auf Singlepfaden durch den Wald und über Almwiesen, über verwurzelte Rinnen oder Schotterwege und Forststraßen. Wer sich die fordernde Marathondistanz nicht zutraut, hat alternativ die Kurzdistanz (immerhin auch 19 Kilometer Distanz und 900 Höhenmeter) zur Auswahl bzw. kann der Stanzer Trailrun auch als Mitglied einer 3er-Staffel in Angriff nehmen.

Der Start- und Zielbereich befindet sich direkt im Ort Stanz unmittelbar vor der Sport- und Kulturhalle. Hier stehen auch Umkleiden und Duschen bereit. Für Speis und Trank ist ebenfalls bestens gesorgt.

Die Anreise aus dem Süden von Graz dauert keine Stunde. Auch die Abholung der Startunterlagen ist unkompliziert und rasch erledigt. Was sofort auffällt? Freundlich und hilfsbereit sind hier alle, und diese Tatsache zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung. Der Läufer steht hier im Mittelpunkt! Für ein Nenngeld von 40 Euro gibt es ein optisch sehr ansprechendes Funktionsshirt, einen Essensbon sowie die Verpflegung an rund 10 Labestellen entlang der Strecke. Im Ziel steht zudem ein Kuchenbuffet zum Auffüllen der Kohlenhydratspeicher bereit. Die Zeitmessung erfolgt beim Stanzer Trailrun manuell.

Auf die Strecke möchte ich heute nicht nochmals näher eingehen. Dazu darf ich auf meinen Laufbericht aus dem Jahr 2017 verweisen, wo ich die 3 Teilstücke des Stanzer Trailrun recht detailliert beschrieben habe: < Stanzer Trailrun - Laufbericht 2017 >

Soviel sei jedoch gesagt: Die Streckenmarkierung ist im heurigen Jahr lückenlos und lässt kein Verlaufen zu. Die Verpflegestellen sind in ausreichender Anzahl vorhanden, gut positioniert und mit Iso, Wasser, Riegel, Obst etc. ausgestattet.

Stanzer Trailrun - Hochschlag Gipfelkreuz
Ich laufe den Stanzer Trailrun als lockeren, langen Dauerlauf, wähle von Beginn weg das Tempo nach Körpergefühl und habe bei spätsommerlichem Wetter eine tolle Lauferfahrung. Letztendlich benötige ich für die 49 Kilometer lange Strecke 5 Stunden, 29 Minuten und 26 Sekunden. Damit platziere ich mich auf dem 12. Platz meiner Altersklasse.


Fazit

Der Stanzer Trailrun ist anspruchsvoll und eher gut trainierten Ausdauersportlern vorbehalten. Spielt das Wetter mit, lädt die Landschaft zum Genießen ein. Die Organisation lässt keine Schwächen erkennen. Die zahlreichen Helfer sind stehts gut gelaunt, hilfsbereit und motivierend. Die Strecke ist unmissverständlich beschildert, die Labestellen sind ausreichend bestückt. Ich kann den Stanzer Trailrun vorbehaltlos empfehlen.


21.09.2019: Stanzer Trailrun - Laufbericht


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