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Samstag, 5. September 2026

05.09.2026: Torlauf Dachstein - Erlebnisbericht

Back to back: Im letzten Jahr stand ich zum ersten Mal an der Startlinie des Torlaufs Dachstein. Ich hatte ernsthafte Zweifel, ob ich für die punktuell technisch sehr anspruchsvollen Streckenabschnitte bereit bin. Insbesondere der Abstieg von der Edelgrießhöhe über seilversicherte Abhänge und über den Klettersteig sind für jemanden, der ein klein wenig an Höhenangst leidet, mental doch recht fordernd. Aber durch die Teilnahme am Großglockner Ultra Trail habe ich auf technisch exponierten Abschnitten reichlich Erfahrung sammeln können und so fühlte ich mich für den Lauf in der wunderschönen Ramsau am Dachstein letztendlich gut vorbereitet. Heuer reise ich zwar wieder mit gehörigem Respekt in der Laufweste, aber auch mit einer großen Vorfreude in die Ramsau. Denn bereits am Heimweg meiner letztjährigen Teilnahme habe ich den Entschluss gefasst, diese karge, bizarre, aber so wunderschöne Landschaft auf weit über 2.000 Meter Seehöhe noch einmal sehen und belaufen zu wollen.

Fast hätte ich es vergessen! HAPPY BIRTHDAY TORLAUF DACHSTEIN! Heute wird die 10. Ausgabe dieses außergewöhnlichen Events gefeiert. Zum Jubiläum werden zwei neue Strecken angeboten. Zum einen das Skyrace direkt hinauf zum Dachstein-Gletscher und zum anderen eine 72 Kilometer lange Ultra-Strecke. Neu ist auch die umfangreichere Pflichtausrüstung, was hier im alpinen Gelände absolut Sinn macht. Wobei ich am Berg auch ohne Verpflichtung durch den Veranstalter immer zumindest ein Erste-Hilfe-Set, eine Regenjacke, eine Haube und Handschuhe mit dabei habe.

Der Start ist für 8 Uhr geplant. Da mir zwei Stunden Anreise bevorstehen, ist die Nacht kurz. Nach zwei Tassen Kaffee fahre ich voller Vorfreude in die Obersteiermark.

Der Start- und Zielbereich ist im WM-Stadion eingerichtet. Im Jahr 1999 hat hier die Nordische Ski-Weltmeisterschaft stattgefunden. Die Skisprunganlage und das Stadion sind nach wie vor in Betrieb. So finden hier regelmäßig Weltcup-Veranstaltungen der Nordischen Kombination statt. Eine geplante Bewerbung für eine neuerliche Austragung der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft im Jahr 2031 scheitert wie so oft an den notwendigen finanziellen Mittel.

Ein Parkplatz ist rasch gefunden und auch die Abholung der Startunterlagen dauert nur ein paar Minuten. Ich zeige den vor einigen Tagen übermittelten QR-Code vor und erhalte neben ein paar Goodies (u.a. einen Essens-Bon für die Labe danach) die Startnummer 113 sowie einen GPS-Tracker. Mit Hilfe des Trackers ist unsere Position jederzeit abrufbar und dient unserer Sicherheit. 

Einige Schreckminuten habe ich bereits vor dem Start zu verdauen. Denn als ich mit meinen Startunterlagen wieder zum geparkten Auto zurückkehre, lässt sich dieses mit dem Funkschlüssel nicht mehr öffnen. Ich drücke und drücke am Funkschlüssel herum, klopfe auf den Schlüssel, schüttle ihn, drücke und drücke nochmals, fester, sanfter, ganz fest, aber das Auto bleibt fest verschlossen. In mir startet der Panik-Modus. Ich draußen, Pflichtausrüstung und Laufschuhe im Wagen! Und noch 45 Minuten bis zum Start! Ich fühle mich zwar in der Lage, eine technisch anspruchsvolle Laufstrecke zu meistern. Was Autos angeht, bin ich jedoch nicht allzu technisch versiert. Spontan wähle ich die Nummer des ÖAMTC. Ich bin in der Warteschleife. Nach ein paar Minuten lege ich auf und suche im Web nach einer Anleitung, um die Abdeckung des Funkschlüssels zu öffnen. Ich will die Batterie neu einsetzen. Vielleicht funktioniert´s dann ja wieder. Versehentlich öffne ich die falsche Seite und siehe da, ein mechanischer Not-Schlüssel lacht mich an. Was für ein Glück! Ich kann damit die Fahrertüre öffnen und auch wieder abschließen. Soviel sei verraten: Nach dem Lauf funktioniert der Funkschlüssel wieder einwandfrei. Eventuell waren es Funkinterferenzen, die durch den GPS-Tracker ausgelöst wurden.

Mein Puls senkt sich wieder, als ich mit Laufschuhen an den Füßen und mit der Laufweste am Rücken pünktlich an der Startlinie stehe. Der Moderator sorgt für eine gute Stimmung und dann erfolgt auch schon der Countdown. Start! Ich trabe los! Die ersten Kilometer hinaus aus dem WM-Stadion verlaufen auf schmalen Wegen recht flach und sind allesamt gut laufbar. Entsprechend hoch ist das eingeschlagene Tempo. Zu hoch für meinen Schnürsenkel. Er öffnet sich. Der gebundene Doppelknoten hält eigentlich immer. Ich bleibe am Wegrand stehen und binde meinen Schuh wieder zu. Ob es was mit meiner Startnummer 113 zu tun hat? Bei meiner Teilnahme am Großglockner Ultra Trail hatte ich die Startnummer 13. Der Lauf wurde nach etwa 55 Kilometer wegen widrigster Wetterverhältnisse abgebrochen. Und heute mit der Nummer 113? Zuerst die Misere mit dem Funkschlüssel und nun öffnet sich der Doppelknoten. Wäre ich abergläubisch, würde ich mich jetzt flach auf den Boden legen und mich nicht mehr vom Fleck bewegen. Denn alle bösen Dinge sind bekanntlich 3. Also was folgt als nächstes? Genau, die Silberkarklamm! Die ist aber nicht böse, sondern ein wunderschönes Stück Landschaft. Über unzählige Holzstufen geht es die Klamm hoch. Unmittelbar daneben rauscht das Wasser zwischen große Felsen talwärts. Ein Überholen ist hier auf den Treppen kaum möglich und macht auch keinen Sinn. Aber ich habe meinen Platz im Teilnehmerfeld ohnehin gefunden und steige Meter um Meter zur Silberkarhütte hinauf.

Hier bei der Silberkarhütte ist die erste Labestelle positioniert. Auch eine Zwischenzeit wird genommen. Im Vorjahr bin ich nach 59:39 Minuten hier eingetroffen. Heuer brauche ich für diesen ersten Abschnitt nur ein paar Sekunden länger. Also quasi eine Punktlandung. Wobei die Zeit ohnehin nebensächlich ist. Klar möchte ich sportlich ambitioniert ins Ziel laufen. Mein primäres Ziel ist es jedoch, die landschaftliche Schönheit zu genießen und die technischen Abschnitte konzentriert und sicher hinter mich zu bringen. Immerhin ringt mir meine Familie das Versprechen ab, wieder heil nach Hause zu kommen. Und Zeit für Fotostopps muss sowieso sein.

Ab hier nehme ich die Trailrunning-Stöcke aus dem Köcher meiner Laufweste zu Hilfe. Sie werden mir auf den nächsten 10 steilen Kilometern von großem Nutzen sein. Auf meist engen und steinigen Serpentinen führt die Strecke immer weiter in die Höhe. Punktuell sind die Abschnitte derart technisch und felsig, dass ich die Hände zu Hilfe nehmen muss. Der Himmel ist wolkenverhangen und der Wind frischt auf. Etwas unangenehm ist, dass die Spitzenläufer des Skyrace aufgeschlossen haben und nun natürlich auf den engen Kehren möglichst rasch und ungehindert überholen möchten.

Nieselregen setzt ein. So ziehe ich bei der Labe am Guttenberg-Haus auf 2.146 Meter Seehöhe die Regenjacke über. Auch die Haube hole ich schon mal aus dem hinteren Fach der Laufweste hervor, damit ich sie griffbereit habe. Ich fülle meine Flasks mit Wasser und Iso auf und lasse mir Tomaten mit Salz, Trockenwurst und Käse gut schmecken. Die Verpflegestellen sind hervorragend bestückt und werden von sehr freundlichen Helfern betreut.

Die höchste Stelle der Strecke ist allerdings noch nicht erreicht. Es geht weitere knapp 500 Höhenmeter aufwärts. Wir sind längst über der Baumgrenze. Die Landschaft nimmt bizarre Formen an. Die Strapazen des Aufstiegs werden hier heroben bei der Gruber-Scharte mit dem Anblick einer großartigen Geröll-Landschaft belohnt. Die Nebelschwaden liegen zum Glück ein paar Höhenmeter unter mir und die Sonne scheint. Genau so habe ich den Anblick der grauen Gesteinsoberfläche vom sogenannten Landfriedtal noch vom letzten Jahr im Gedächtnis und ich bin froh, dass ich heute noch einmal hier hochgestiegen bin.

Sturmböen setzen ein, während noch weitere 200 Höhenmeter entlang des Landfriedtals hinauf zur Edelgrießhöhe zu meistern sind. Ich spüre, wie der kalte, stürmische Wind meinen Augen zusetzt. Der Wind verursacht ein rasches Trocknen des Tränenfilms, sodass die Kontaktlinsen kaum noch haften. Ich setze rasch die Sonnenbrille auf. Das schafft Abhilfe und ich verliere - im Gegensatz zu meiner Teilnahme am Istria 100 by UTMB - hier oben glücklicherweise keine meiner Kontaktlinsen. Dafür fegt mir eine Sturmböe die Kappe vom Kopf. Sie fliegt einige Meter hinab und kommt vor einem großen Stein zu liegen. Ich steige die paar Höhenmeter tiefer und halte die Kappe mit meinen Stöcken fest. Gesichert! Die Kappe kommt in die Laufweste und dafür die Haube auf den Kopf.

Mit dem Abstieg von der Edelgrießhöhe steht mir ein technisch sehr fordernder Abschnitt bevor. Vorher mache ich noch ein paar Fotos von dieser abstrakten, bizarren und ungewöhnlichen Landschaft. Die ersten Meter geht es seilversichert über den Abhang. Nun folgt ein rund 10 Meter hoher Klettersteig. Ich verstaue meine Stöcke im Köcher, um die Hände frei zu haben. Teilweise sind die Abstände zwischen den Metallklammern so groß, dass ich mich langsam am Fels hinuntergleiten lassen muss. Im Vorjahr war dieser Abschnitt für mich noch eine große Überwindung. Heute bin ich gelassen und ruhig. Mit dem Alter kommt offenbar auch die Routine. Dann habe ich wieder festen Boden unter den Füßen. Wobei fester Boden nicht ganz der Realität entspricht. Der Untergrund ist feinkörniges Geröll, auf dem kaum Halt zu finden ist. Es scheint, als würde man bei jedem Schritt mit einem Kubikmeter Schutt zu Tal rutschen. Ich nehme mir die Stöcke zu Hilfe und versuche mich abzustützen. Das funktioniert bedingt. 

Das Geröll weicht einem schmalen, stark verwurzelten Pfad. Es ist weiterhin Vorsicht geboten. Auf diesem Streckenabschnitt zu stolpern oder gar zu stürzen, würde eine erhebliche Verletzungsgefahr darstellen. Schutt hat sich in meinen Schuh verirrt. Ich muss anhalten und die Steine entfernen. Bei dieser Gelegenheit ziehe ich die Regenjacke aus und verstaue sie gemeinsam mit der Haube in der Laufweste. Denn die Wolken machen der Sonne immer öfter Platz und es herrschen mittlerweile sehr angenehme Temperaturen.

Bei der nächsten Labestelle greife ich wieder zu Tomaten, Salz, Wurst und Käse. Unterwegs labe ich mich mit Gels. Die Verpackungen kommen natürlich in einem Müllbeutel mit ins Ziel und in die Tonne. Gut gestärkt hike ich rund 200 Höhenmeter hinauf zur Dachstein-Südwand-Hütte. Hier sitzen bei mittlerweile schönem Bergwetter viele Wanderer auf den Holzbänken und sorgen für eine gute Stimmung.

Es folgt ein recht steiler Abstieg. In Serpentinen geht es auf erdigem Terrain wieder viele Höhenmeter talwärts. Die technisch schwierigen Passagen habe ich hinter mir gelassen. Es folgt nun ein schön zu belaufender Trail über kupiertes Gelände. 

Ich bin bei der Verpflegestelle auf der Walcheralm angekommen. Das heutige Laufabenteuer nähert sich dem Ende. Die nächsten paar Kilometer sind auf einem moderat fallenden Schotterweg zu laufen. Auf diesem Abschnitt kann ich wie im Vorjahr das Tempo hochhalten. Obwohl ich im Talboden den Stadionsprecher schon hören kann, ist noch eine größere Schleife zu laufen. Aber auch diese Höhenmeter bringe ich noch gut hinter mich, bevor ich Richtung Stadion laufen darf und bereits vom Moderator angekündigt werde. Nach 6 Stunden und 50 Minuten bringe ich die 42 Kilometer mit 2.600 Höhenmeter in einer für mich abermals sehr zufriedenstellenden Zeit zu Ende. In meiner Altersklasse belege ich den 5. Rang.

Im Ziel erhalte ich die Finisher-Medaille um den Hals gehängt und das wohlverdiente Ziel-Bier gereicht. Nach einer Dusche im Schwimmbad löse ich den Essens-Bon ein und lasse mir ein sehr leckeres Nudelgericht gut schmecken. Dass ich bei der Startnummern-Lotterie wieder kein Glück habe, überrascht mich nicht. Vielleicht komme ich sogar ein drittes Mal zum Torlauf Dachstein in die Ramsau. Dann würde ich wohl die Ultra-Strecke in Angriff nehmen und endlich auch das "Tor" belaufen.

05.09.2026: Torlauf Dachstein - Erlebnisbericht


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Samstag, 23. Mai 2026

23.05.2026: mozart 100 by UTMB - Erlebnisbericht

Alles neu macht der Mai! Dieses Sprichwort geht auf das gleichnamige Frühlingsgedicht von Hermann Adam von Kamp zurück und ist ein Sinnbild für Aufbruchstimmung und Neuanfang. Ein Neuanfang, wie er heuer auch dem mozart 100 by UTMB bevorsteht. Denn Start und Ziel dieser Ultratrail-Veranstaltung liegen nicht mehr inmitten der altbewährten Mozartstadt Salzburg, sondern in Fuschl am See. Ich kann nur spekulieren, warum diese große infrastrukturelle Änderung notwendig wird. Es liegt - gestützt auf Online-Berichte - wohl an der fehlenden Zustimmung der Stadtregierung. Demnach sollen in der Altstadt von Salzburg die Veranstaltungen zum Wohle der Bewohner drastisch minimiert werden. Nur noch ausgewählte kulturelle Events sind weiterhin gern gesehen.

Ob in Fuschl am See dieses jährlich wachsende Ultratrail-Event organisatorisch gestemmt werden kann? Bereits kurz nach Bekanntgabe der örtlichen Veränderung sind sämtliche Zimmer in Fuschl ausgebucht. Der Veranstalter reagiert und bietet von den benachbarten Orten und von der Stadt Salzburg einen Shuttle-Service zum jeweiligen Start der Bewerbe an. Auch nach dem Zieleinlauf in Fuschl kann man dieses Service nutzen und wird wieder zu seinem Nächtigungsort retour gebracht.

Ich selbst ergattere für zwei Nächte ein kurzfristig frei gewordenes und recht kostengünstiges Zimmer am Ortsrand von Fuschl. Der Start- und Zielbereich ist von der kleinen Pension aus fußläufig in rund 10 Minuten erreichbar. Anreisen möchte ich eigentlich umweltschonend mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Aber durch Baustellen entlang der Bahnstrecke winkt mir ein mehrmaliges Umsteigen inklusive Schienenersatzverkehr. So entschließe ich mich letztendlich, mit dem Auto in das Flachgau zu reisen.

Zum Glück rollt am Pfingstwochenende die Verkehrslawine Richtung Süden. Während die nach Strand und Meer Hungrigen im kilometerlangen Stau stehen, habe ich aus dem Umland von Graz über Liezen und dem Salzkammergut eine recht entspannte Anreise. Da ich bereits vorab online eingecheckt habe, liegen Zimmerschlüssel und Gästekarte schon bereit. Das Doppelzimmer bietet mir und meiner Ausrüstung genügend Platz. Vom Balkon habe ich einen schönen Blick auf den Fuschlsee und auch eine Gemeinschaftsküche mit Herd, Geschirrspüler, Kaffeemaschine und Mikrowelle steht vor Ort zur Verfügung. Soweit läuft alles bestens!

Das Eventgelände rund um das Fuschlseebad, mit seinem malerischen Naturbadestrand des glasklaren, türkisfarbenen Fuschlsees, ist ein echter Hingucker. Die Abholung der Startunterlagen erfolgt schnell und unkompliziert. Ich zeige den vor einigen Tagen per Mail erhaltenen QR-Code und einen Lichtbildausweis vor und erhalte die Startnummer 327 sowie einen Transponder, der am Laufrucksack angebracht werden muss. Über diesen Transponder sind wir via App live zu verfolgen. Schließlich soll ja auf der Strecke niemand verloren gehen. Auch ein Dropbag-Beutel wird an die Starter ausgegeben. Dieses Bag kann befüllt werden und ist kurz vor dem Start abzugeben. Dann wird es zum Checkpoint nach St. Gilgen (bei Kilometer 45) gebracht. Das Finisher-Shirt ist auf Grund internationaler Versandbeschränkungen leider nicht rechtzeitig beim Veranstalter eingelangt. Wir werden damit vertröstet, dass das Shirt in ein paar Wochen per Post nachgesendet wird. Ich schmökere noch ein wenig auf der Expo umher und gönne mir einen lässigen Hoodie, der auf der Rückseite kleingedruckt die Namen alle Teilnehmer stehen hat.

Ich gehe in die Unterkunft zurück und mache mir etwas Reis in der Mikrowelle warm. Während dem Essen verfolge ich via Livestream das Racebriefing.

Bevor ich mich ins Bett lege, richte ich meine Ausrüstung und bestücke die Laufweste und das Dropbag. Auch wenn ich den Inhalt des Dropbags kaum brauchen werde, befülle ich es mit einem Paar Laufschuhe, frischen Socken, einem Shirt und einigen Energie-Gels. Man weiß ja nie und wenn die Möglichkeit angeboten wird, sollte man diese auch in Anspruch nehmen.

Durch die offenen Fenster haben wohl zu viele Gräserpollen den Weg ins Zimmer gefunden. Meine Nase ist verstopft und ich finde kaum Schlaf. Völlig gerädert stehe ich um 03:45 Uhr auf. Ich mache mir einen Kaffee und treffe die letzten Vorkehrungen wie Kontaktlinsen rein, Wasserflaschen auffüllen ...

Dann mache ich mich auf den Weg zum Startgelände. Die Luft ist angenehm kühl und der Himmel wolkenlos. Ich gebe mein Dropbag ab und reihe mich schließlich im Startblock ein. Trotz der frühen Uhrzeit liegt eine besondere Energie in der Luft. Genau diese Momente sind es, die den Reiz solcher Veranstaltungen ausmachen. Wochen und Monate der Vorbereitung sind Geschichte. Nun ist es an der Zeit, sich für hunderte Trainingskilometer zu belohnen.

Pünktlich um 5:00 Uhr früh erfolgt der Start des mozart 100 by UTMB. 119 Kilometer und knapp 6.000 Höhenmeter sind es bis zur Ziellinie. Mental sind Zwischenziele (Meilensteine) immens wichtig. So zerteile ich diese ultralangen Strecken in kleinere, überschaubare Happen. Für mich gilt es nun erstmal, bis nach Strobl zu laufen.

Die Beine fühlen sich recht gut an und der kurze, unzureichende Schlaf scheint vorerst keine Rolle zu spielen. Kilometer um Kilometer laufe ich durch die wunderschöne Landschaft des Salzkammerguts. Das rund 550 Teilnehmer umfassende Feld ist bereits in die Länge gezogen, sodass ich unbedrängt mein eigenes Tempo laufen kann. Und auch die ersten Höhenmeter lassen nicht lange auf sich warten. Immer wieder eröffnen sich spektakuläre Ausblicke auf die Seen der Region. Der Wolfgangsee glitzert in der Morgensonne, dahinter ragen die Gipfel des Schafbergs und der umliegenden Berge empor. Genau für solche Momente nehme ich die Strapazen einer Ultratrail-Vorbereitung inklusive Organisation der Anreise und Nächtigung gerne in Kauf.

Nach der Verpflegungsstation in Strobl beginnt der anspruchsvollste Abschnitt des gesamten Laufes. Was auf dem Streckenprofil bereits respekteinflößend aussieht, entpuppt sich in der Realität als echter Härtetest. Hinauf zum Schafberggipfel sind auf wenigen Kilometern weit mehr als tausend Höhenmeter zu bewältigen. Mit zunehmender Höhe wird der Weg steiniger und rauer. Ausgesetzte Stellen sind seilgesichert und teilweise liegen noch Schneereste auf den Pfaden. Es ist punktuell sehr technisch. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier heroben ein absolutes Muss. Bergretter sichern exponierte Stellen. Endlich steige ich durch die sogenannte Himmelspforte hoch und der vermeintlich härteste Anstieg des heutigen Tages ist geschafft.

Ein kurzer Blick auf das Panorama und auf den Wolfgangsee belohnt für die Mühen des kräftezehrenden Aufstiegs. Die Schafbergbahn fährt gerade hinab ins Tal. Und auch auf mich wartet diese Herausforderung. Die mühsam gewonnenen Höhenmeter müssen nämlich wieder nach unten gelaufen werden. Der Downhill bis in die Talsohle nach St. Gilgen wird nur kurz durch den Checkpoint Schafbergalm unterbrochen.

Meine Ernährungsstrategie sieht vor, dass ich zwischen den Checkpoints gerne auf Gels zurückgreife. An den Checkpoints selbst labe ich mich mit Tomaten und Salz, gerne auch mal mit einem Stück Schwarzbrot, Wurst und Käse. Auch ein Schluck vom alkoholfreien Bier ist eine willkommene Abwechslung. Die Labestationen sind allesamt gut ausgestattet und überall warten überaus freundliche Helfer auf uns Läufer.

Auch hier auf der Schafbergalm esse ich wieder einige Tomaten mit Salz und trinke ausgiebig Wasser und ein isotonisches Getränk. Ich fülle meine Flasks voll und laufe weitere hunderte Höhenmeter abwärts. Vorsicht ist angebracht, denn die Singletrails sind mancherorts stark verwurzelt und teils steinig. Es ist zu steil und zu technisch, um es einfach rollen zu lassen. Daher haben die vorderen Oberschenkelmuskel ganze Arbeit zu leisten, denn große Aufprallkräfte wirken auf sie ein. Diese exzentrische Muskelarbeit, also diese abbremsende Kraft, beansprucht den Quadrizeps und die Quadrizepssehne enorm. Mikrorisse in den Muskelfasern und im Bindegewebe sind die Folge. Diese kleinen Verletzungen verursachen Entzündungsreize und lassen einem dann diesen typischen Muskelkaterschmerz verspüren. Und dieser Schmerz ist bei mir gerade sehr ausgeprägt, als ich im Tal ankomme und die zwei flachen Kilometer am Ufer des wunderschönen Wolfgangsees nach in St. Gilgen laufe.

Bei meiner Ankunft am Checkpoint St. Gilgen habe ich über 3 Stunden Puffer auf die Cut-off-Zeit. Für 65 Teilnehmer läuft es nicht so gut und sie müssen oder wollen hier in St. Gilgen bereits den Lauf beenden. Aus dem Dropbag nehme ich mir nur ein paar Gels und stecke sie mir in die Laufweste. Der Rest wird vom Organisationsteam wieder zurück nach Fuschl gebracht. Der lange Abstieg vom Schafberg hat bei meiner Muskulatur deutliche Spuren hinterlassen. Dabei liegt mit dem Zwölferhorn noch ein weiterer markanter Anstieg vor mir. 

Die Temperaturen sind mittlerweile deutlich angestiegen und jeder Höhenmeter scheint doppelt so viel Kraft zu kosten wie noch am Morgen. Der Weg führt teilweise Direttissima dem Gipfel des Zwölferhorns entgegen. Anfangs versuche ich noch, mit kraftvollem Einsatz meiner Stöcke zügig zu marschieren. Doch meine Oberschenkel denken nicht mehr daran, kooperativ zu sein. Jeder Schritt wird zur Willensprüfung. Höhenmeter um Höhenmeter quäle ich mich empor, während über mir die Gondel der Zwölferhorn-Bergbahn mühelos hoch und runter fährt.

Kurz vor dem Gipfelkreuz lasse ich mich ins Gras fallen. Ich bin platt. Für einige Minuten liege ich einfach da und starre in den wolkenlosen Himmel. Ein paar Läufer hiken an mir vorbei. Manche fragen, ob alles in Ordnung sei. Ich nicke.

In Wahrheit bin ich mir in diesem Moment nicht ganz sicher, wie es weitergehen soll. Die Oberschenkelmuskulatur streikt in einem noch nie erlebten Ausmaß. Und es liegen noch schier unüberwindbare 60 Kilometer vor mir. Es ist einer jener Momente, die man in keiner Ergebnisliste und auf keinem Finisher-Foto sieht. Momente, in denen ein Ultratrail weniger ein sportlicher Wettkampf ist, sondern vielmehr eine riesengroße mentale Herausforderung wird. 

Zu gerne würde ich hier und jetzt den mozart 100 by UTMB beenden. Der Gedanke, mit der Gondel ist Tal zu fahren und in einen der Shuttlebusse zu steigen, der mich bequem zurück nach Fuschl fährt, erscheint äußerst verlockend. Keine weiteren An- bzw. Abstiege, keine schmerzenden Oberschenkel, keine endlosen Kilometer mehr. Einfach nur sitzen, die Beine ausstrecken und den Tag abhaken. Doch kaum ist dieser Gedanke ausgesprochen, folgt auch schon die Gegenfrage: Würde ich mir das morgen verzeihen können? Die Antwort kommt schnell. Nein, ich würde mich dafür hassen, es nicht weiter versucht zu haben. Schließlich habe ich viel investiert, um hier am Start zu sein. Dazu kommt, dass die Zielankunft hier beim mozart 100 by UTMB zugleich die Eintrittskarte ist, um ein weiteres Mal bei der Startplatzlotterie des Western States 100 Endurance Run im Lostopf zu sein. Die Beine sind zwar schwer, die Muskulatur angeschlagen und mein ursprüngliches Zeitziel außer Reichweite. Aber im Grunde sind das heute auch keine größeren Probleme, wie ich sie in den letzten 10 Jahren nicht schon mehrfach gelöst bekommen habe. Es ist keine Verletzung, die mich ausbremst. Es liegen keine gravierenden gesundheitlichen Beschwerden vor. Eigentlich bin ich nur müde und erschöpft. Also aufstehen, Krone richten und den nächsten Checkpoint als weiteres mentales Zwischenziel definieren.

Ich beginne zu rechnen. Selbst wenn ich pro Stunde nur mehr 4 bis 5 Kilometer weit kommen sollte, wird mich der Sweeper (Schlussläufer, Besenwagen) nicht einholen. Nachdem das Zwölferhorn überschritten ist, folgt ein schmaler Pfad hinab zur Schafbachalm. Bei diesem Checkpoint werden am heutigen Tag weitere 75 Teilnehmer die Herausforderung mozart 100 by UTMB vorzeitig beenden.

Von Laufen kann mittlerweile keine Rede mehr sein. Aus dem Ultratrail ist längst ein Ultraweitwandern geworden. Die Uhr zeigt unmissverständlich, dass ich zwei oder vielleicht sogar drei Stunden langsamer sein werde als erhofft. Aber das stört mich inzwischen kaum noch. Dafür ist keine Energie vorhanden. In dieser Phase geht es längst nicht mehr um Bestzeiten oder Platzierungen. Es geht mir nur noch darum, die Ziellinie aus eigener Kraft zu erreichen.

Ein beruhigender Faktor bleibt dabei stets im Hinterkopf: Die Cut-off-Zeiten sind nämlich weiterhin keine Bedrohung. Trotz aller Schwierigkeiten verfüge ich noch über ausreichend Puffer. Solange nichts Unvorhergesehenes passiert, werde ich also vor der Schlusszeit ins Ziel kommen. So marschiere ich weiter. Schritt für Schritt. Kilometer für Kilometer. Nicht schnell, nicht elegant und schon gar nicht leichtfüßig. Aber immer noch vorwärts. Und genau das zählt an Tagen wie diesen.

Ich nähere mich der Ziellinie. Hier fehlt mir der bisherige finale Streckenabschnitt über den Kapuzinerberg und durch die Altstadt von Salzburg dann doch. Denn diese letzten Kilometer inmitten von Touristen haben in den letzten Jahren dem langen Tag auf den Trails die Krone aufgesetzt. Nun hike ich am Ufer des Fuschlsees entlang. Ich weiß, wie schön es hier bei Tageslicht ist. Mittlerweile ist es weit nach Mitternacht. Die Dunkelheit hat die Landschaft längst verschluckt und die Stirnlampe wirft nur noch einen schmalen Lichtkegel auf den Trail vor mir. Eigentlich bin ich im Moment ganz froh darüber, niemanden zu sehen und auch selbst nicht gesehen zu werden.  

Das Ziel ist greifbar nahe. Die letzten hundert Meter möchte ich nicht gehend absolvieren. Also zwinge ich meinen Körper ein letztes Mal in den Laufschritt. Jeder Schritt schmerzt, die Muskulatur protestiert lautstark und von der Leichtigkeit der ersten Stunden ist längst nichts mehr übrig. Aber das spielt jetzt keine Rolle mehr. Einige Zuschauer und Helfer harren trotz der späten Stunde aus und applaudieren mir.

Geschafft. Finish. Ich überquere die Ziellinie und bleibe zunächst einige Sekunden stehen. Nach knapp 21 Stunden voller Höhen und Tiefen, grandioser Ausblicke, schmerzhafter An- und Abstiege und zäher Krisen ist das Abenteuer mozart 100 by UTMB beendet. Eine Helferin hängt mir die wunderschöne und hart erkämpfte Finisher-Medaille um den Hals. Während ich die Medaille betrachte, wird mir bewusst, dass dieser Lauf nicht wegen einer persönlichen Bestzeit oder einer guten Platzierung in Erinnerung bleiben wird. Im Gegenteil. Es war einer jener Tage, an denen nicht die Beine, sondern der Kopf darüber entscheidet, wo und wie der Lauf zu Ende geht. Ein Tag, an dem Aufgeben mehrfach verlockend erschien und Weitermachen dennoch die für mich bessere Entscheidung war. Genugtuung und Stolz bleibt jedenfalls aus. Vielleicht bin ich einfach zu müde, um mich zu freuen. Oder mein Geist signalisiert, dass das bloße Ertragen dieses langen Tages keine lobenswerte Leistung ist. Immerhin wollte ich laufen und nicht gehen, wollte viel früher die Ziellinie überqueren. Ich denke, es braucht ein paar Tage Zeit, um einen klaren Blick auf meine diesjährige Teilnahme am mozart 100 by UTMB zu kriegen.

Ein wenig Statistik: 545 wagemutige Ultraläufer machten sich am frühen Morgen auf dem Weg. 329 erreichten in der vorgegebenen maximalen Zeit von 23 Stunden die Ziellinie. 216 Teilnehmer, das sind beinahe 40 Prozent, mussten den mozart 100 by UTMB vorzeitig beenden. Ich wünsche allen eine gute Regeneration und noch viele erlebnisreiche Laufabenteuer. Und mir wünsche ich, dass dieses hart erkämpfte Finish die Eintrittskarte ist, um noch einmal beim Western States 100, dem wohl geschichtsträchtigsten Ultratrail, am Start stehen zu dürfen.

23.05.2026: mozart 100 by UTMB - Erlebnisbericht


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Freitag, 10. April 2026

10.04.2026: Istria 100 by UTMB - Erlebnisbericht

Die letzten Wochen waren ein einziges Gedanken-Tohuwabohu. Die vernünftige Stimme in meinem Kopf sagte mir vehement, ich solle meine Teilnahme an den 100 Meilen von Istrien, einem Ultratrail vom Labin bis nach Umag, stornieren. Ich fühlte mich einfach nicht entsprechend seriös vorbereitet. Denn bedingt durch den starken Schneefall und später durch den Windbruch, war einige Wochen lang ein adäquates Training auf den Trails meines Hausberges nicht möglich. Stattdessen lief ich die Kilometer alternativ auf Asphalt, was letztendlich kein wettkampfspezifisches Training war. Ein Downgrade auf die 100 Kilometer lange Distanz wäre aus sportlicher Sicht das Sinnvollste gewesen. Leider war die Veranstaltung ausverkauft, sodass diese Option nicht zur Verfügung stand. 

Letztendlich fällt die Entscheidung gegen ein DNS, also gegen ein "did not start". Ich möchte es auf jeden Fall versuchen. Und ich kenne mich. Wenn ich einmal auf der Strecke bin, dann kämpfe ich mich bis zur Ziellinie durch. Es ist der dritte Anlauf, die gesamte Streckendistanz von 168 Kilometer zu laufen. Im Jahr 2018 wollte ich den ersten Versuch starten. Da stoppte ein Knochenmarködem im Sprungbein meine Vorbereitung. Statt Istrien gab es damals eine dreimonatige Laufpause. Im Jahr 2022 stand ich ebenfalls auf der Startliste. Da war mir jedoch die Glücksfee hold und bescherte mir einen Startplatz beim Western States 100 Endurance Run in Kalifornien. Ich bin dennoch nach Umag gefahren, wählte ein Downgrade auf die 68 Kilometer lange Distanz und nutzte das Event als langen Trainingslauf.

Nach vier Stunden Fahrzeit bin ich in Umag angekommen. Mein erster Weg führt mich zur Sports Hall Umag, wo die EXPO und auch Startnummernausgabe stattfindet. Ich erhalte die Startnummer 433 und ein Band um das Handgelenk gebunden. Für den Transport zum Start nach Labin kaufe ich mir einen Bus-Voucher. 

Ich checke in einem der promoteten Partnerhotels ein. Das Zimmer ist in die Jahre gekommen und die Aussicht in den trostlosen Park ist ebenfalls nicht berauschend. Dass eine grölende Touristengruppe unter meinem Balkon ein Besäufnis zelebriert, steigert meinen Wohlfühlfaktor auch nicht übermäßig. Ein tolles Service ist allerdings, dass ein kostenloser Shuttle-Transfer eingerichtet ist, der die Läufer und Begleitpersonen im Halbstundentakt zur Sports Hall Umag und retour bringt.

Gegen einen Aufpreis von stolzen 31 Euro darf man sich am Abendbuffet bedienen. Die Saucen sehen "ritsch" aus und nach Fisch ist mir auch nicht zumute. So beschränke ich die Nahrungsaufnahme auf Kartoffeln, Reis und Nudeln sowie auf zwei Stück Pizza mit ordentlich Käse. 

Nach ein paar Schritten am Meer und einem Telefonat mit meiner Familie gehe ich zu Bett. Ich schlafe recht gut. Mein Frühstück besteht aus Toast mit Marmelade und Pancakes. Der Kaffee schmeckt leider nicht sonderlich gut. Nach dem ausgiebigen Frühstück versuche ich noch ein wenig zu schlafen.

Gegen Mittag packe ich die Laufweste und mein Drop-Bag. Die Pflichtausrüstung ist sehr umfangreich. Kleidungsstücke verpacke ich in Druckverschlussbeutel, damit sie bei Schlechtwetter nicht feucht werden. Auf welchen Streckenabschnitten ich was tragen werde, ist auf Basis der Wetterprognosen und des Streckenprofils in meinem Kopf abgespeichert und erweist sich in der ersten Nachthälfte als absolut praxistauglich. Auch die LiveTrail-App gehört zur Pflichtausrüstung und bietet unterwegs nützliche Informationen. Basierend auf meinen aktuellen UTMB-Index wird eine mehr oder weniger realistische Laufzeit errechnet. Demnach werde ich voraussichtlich 31 Stunden unterwegs sein. Mal sehen, ob die App recht behält. 

Der Bus-Transfer von Umag nach Labin ist gut organisiert. Ich denke, es sind insgesamt 6 oder 7 Busse, die für die Teilnehmer zur Verfügung stehen. Mein Sitznachbar hat leider argen Schweißgeruch und so wird die Fahrt für meinen Geruchssinn zum Stresstest. In Labin herrscht bereits reges Treiben. Der Startbogen ist aufgebaut und eine Band sorgt für tolle Stimmung. Ich treffe die letzten Vorkehrungen. Will heißen, ich gehe noch auf die Toilette und schlucke unmittelbar vor dem Start eines meiner bewährten Gels.

Der Veranstalter macht noch einige Fotos und dann geht es endlich los. 

Es läuft gut. Die Strecke ist wie erwartet landschaftlich schön. Istrien halt! Deswegen bin ich hier. Wegern der Schotterwege, wegen der schmalen Pfade, wegen der Blicke auf das Meer, wegen der Steinhäuser.

Der erste Checkpoint ist nach knapp 16 Kilometer bei Plomin Luka erreicht. Ich wechsle mein kurzes Oberteil gegen ein Langarm-Shirt. Die Dämmerung setzt bald ein und auf den Bergen wird es ohnehin kühler sein. Bergauf kann ich mit Hilfe meiner Trailrunning-Stöcke gut Höhenmeter machen und flache und abfallende Passagen lassen sich bislang sehr gut laufen. Ich liege hervorragend in der Zeit und bin für die Nachtstunden guter Dinge.

In Moscenicka Draga ist der zweite Checkpoint eingerichtet. 35 Kilometer liegen hinter mir. Ich fülle meine Flasks an und esse ein paar Bissen. Der anspruchsvollste Anstieg der gesamten 100 Meilen steht mir nun bevor. Schritt für Schritt steige ich das Ucka-Gebirge hoch. Die Luft ist kühl und die Dunkelheit bringt Stille. Wind kommt auf, als ich dem Gipfel des Vojak näher komme. Alles läuft wie geschmiert. Ein paar Kilometer später muss ich völlig überraschend zur Kenntnis nehmen, dass ein Lauf nicht immer erst an der Ziellinie endet. 

Seit einiger Zeit habe ich beim Blinzeln ein unangenehmes, trockenes Gefühl im linken Auge. Es wirkt, als säße meine Kontaktlinse nicht mehr richtig. Eigentlich schwimmt die Kontaktlinse auf einem dünnen Tränenfilm. Der Wind und die niedrige Luftfeuchtigkeit lassen die schützende Tränenflüssigkeit auf dem Auge verdunsten und das Auge und die Linse werden trocken. Fehlt diese Tränenflüssigkeit, haftet die Linse nicht mehr stabil. Dann passiert es. Eine Kontaktlinse verliert den Halt und fällt raus. Ich bin konsterniert! Über 30.000 Kilometer bin ich bislang gelaufen. Aber so etwas ist mir in all den Jahren noch nicht passiert. Ich habe noch nie während dem Laufen eine meiner Kontaktlinsen verloren. Der Versuch, nur mit einer Linse im Auge weiterzulaufen, scheitert. Immer wieder stolpere ich, da ich die Bodenbeschaffenheit nicht richtig wahrnehmen kann. Mit etwas über 6 Dioptrien macht das in der Dunkelheit und auf steinigen und verwurzelten Pfaden einfach keinen Sinn.

Mir fällt ein, dass ich seit Jahren im Erste-Hilfe-Set zwei Stück Ersatzlinsen dabei habe. Aber es ist mittlerweile stockfinster, es ist windig und meine Hände sind nicht sauber. Außerdem habe ich noch nie ohne Spiegel die Kontaktlinse eingesetzt. Ich reinige meine Hände provisorisch mit dem Wasser aus meiner Flasks, öffne die Verpackung der Tages-Kontaktlinse und setze die Linse auf meine Fingerkuppe. Tatsächlich gelingt es mir, die Linse ins Auge zu befördern. Ich trabe weiter. Aber die Kontaktlinse sitzt nicht so gut und ein paar Minuten später fällt mir auch diese Sehhilfe aus dem Auge. Ich schaffe es, auch die zweite Ersatzlinse ins Auge zu befördern. Aber es fühlt sich an, als sei Staub oder Schmutz auf der Oberfläche. Auch diese Kontaktlinse sitzt nicht gut und außerdem reibt sie und reizt mein Auge. Ich bin perplex. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis ich auch diese Linse verliere. Und wenn nicht, ist eine Bindehautentzündung vorprogrammiert. Immerhin sind es bis zum Ziel noch weit über 100 Kilometer. Ersatzbrille habe ich leider keine in der Laufweste. Ein solches Problem habe ich bis dato einfach nicht kommen sehen. Nun ist guter Rat teuer. Letztendlich scheint es die einzig mögliche und sinnvolle Option zu sein, beim nächsten Checkpoint den Lauf zu beenden.

So bestätige ich der Rennleitung beim Checkpoint Poklon, dass die Startnummer 433 hier und jetzt den Lauf beenden wird. Rund 52 Kilometer bin ich gelaufen und habe dabei 3.000 Höhenmeter bezwungen. Mir wird angeboten, entweder nach Buzet oder nach Umag gebracht zu werden. Ich möchte zurück nach Umag! Aber ich muss wohl eine Zeit lang auf meinen Rücktransport warten. Denn bis zum Cut-Off sind es noch viele Stunden und bislang bin ich augenscheinlich der Einzige, der nicht weiterlaufen kann. Erst wenn der Van gefüllt ist, erfolgt die Fahrt. Letztendlich warte ich lange zwei Stunden auf die Abfahrt. Ich sitze im beheizten Van und versuche meine Gedanken zu ordnen. Nach weiteren 90 Minuten Fahrzeit über kurvenreiche Straßen inklusive zweier Vollbremsungen für ein Reh und eine Katze bin ich früh am Morgen zurück in Umag. Das Shuttle zum Hotel fährt um diese Zeit nicht. Auf ein Taxi habe ich keine Lust. So jogge ich die knapp 4 Kilometer zurück ins Hotel. Endlich kann ich die Kontaktlinse aus dem Auge nehmen. Das Auge ist stark gerötet, erholt sich aber in den kommenden Stunden rasch. Ich bin kaum müde, sondern aufgewühlt und maßlos enttäuscht. Erst jetzt wird mir so richtig bewusst, dass das hier mein erstes echtes "did not finish" ist. Erst einmal konnte bzw. durfte ich die Ziellinie nicht überqueren. Das war im letzten Jahr beim Großglockner Ultra Trail. Da erfolgte der Rennabbruch durch den Veranstalter. Diesmal ist es anders. Erstmalig bin ich aus eigener Entscheidung aus einem Wettkampf ausgestiegen. Dann finde ich doch zwei Stunden Schlaf. Ich frühstücke eine Kleinigkeit und möchte mein Drop-Bag abholen. Es ist zum Glück tatsächlich schon nach Umag in die Sports Hall gebracht worden. Ich danke dem Veranstalter für dieses tolle Service, so wie generell die Organisation der Veranstaltung lobend erwähnt werden muss.

An der Hotelrezeption teile ich mit, dass ich abreise. Ich will einfach nur noch nach Hause und von meiner Familie in den Arm genommen werden.

Istrien wird mich wieder an der Startlinie sehen. Voraussichtlich schon im kommenden Jahr. Und ja, ich werde eine Ersatzbrille in der Laufweste mit dabei haben.

10.04.2026: Istria 100 by UTMB - Erlebnisbericht


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Sonntag, 12. Oktober 2025

12.10.2025: 32. Kleine Zeitung Graz Marathon - Erlebnisbericht

Eigentlich wollte ich heuer beim Kleine Zeitung Graz Marathon nicht an den Start gehen. Denn für mich ist ein flacher Straßenmarathon körperlich und mental deutlich anstrengender als ein Lauf auf Trails mit einigen Höhenmetern. Mein Körper ist einfach nicht darauf trainiert, im Idealfall zweiundvierzig ähnlich gleichmäßige Kilometerzeiten in den Asphalt zu stampfen.

Vor ein paar Wochen machte mich Instagramm auf ein Gewinnspiel der Steiermärkischen Sparkasse aufmerksam. Hier wurden 200 Startplätze für den Kleine Zeitung Graz Marathon verlost. Ich nahm am Gewinnspiel teil und siehe da, ich habe einen Startplatz für den Bewerb meiner Wahl gewonnen. Ergänzend dazu bekam ich ein Laufshirt per Post zugesandt. Am Lauftag selbst wird dann sogar ein eigener Bereich zur Verfügung stehen, in dem wir vor und nach dem Lauf verpflegt werden.

Im Zuge des Graz Marathon werden heuer auch die Steirischen Meisterschaften über die klassische Marathon-Distanz ausgetragen. Da ich nun einen kostenlosen Startplatz inne hatte, bat ich meinen Laufclub, mich für diese Meisterschaften zu nennen. Ein großes Danke dem MT-Hausmannstätten, der mir zum wiederholten Mal die Möglichkeit gibt, an Meisterschaftsläufen teilzunehmen.

Bei der Abholung der Startunterlagen im Citypark Graz erhalte ich eine Startnummer mit dem Aufdruck ELITE. Wir Teilnehmer an den Steirischen Meisterschaften dürfen noch vor Block 1 gemeinsam mit den wirklich sehr, sehr schnellen Favoriten auf den Sieg über die 42,195 Kilometer auf die Strecke gehen. Ob mir dieser Aufdruck peinlich ist? Nein, eigentlich nicht. Auch wenn ich natürlich weit weg von läuferischer ELITE bin. Ich mache mir weiter keine Gedanken darüber.

Race-Day! Ich fahre völlig stressfrei mit dem Regionalbus von meiner Wohnsitzgemeinde in die Landeshauptstadt Graz. Die Haltestelle ist fußläufig keine 5 Minuten vom Start- und Zielbereich entfernt. Bequemer geht es kaum. Da das Zelt der Steiermärkischen Sparkasse bereits geöffnet ist, gönne ich mir einen Espresso. Dann wird es auch schon Zeit, mich umzuziehen. Ich stecke drei Gels in meine Hosentasche, gebe mein Hab und Gut bei der Gepäckverwahrung ab und laufe mich ein wenig warm. Dann begebe ich mich in den ELITE-Startblock, wo sich schon einige bekannte Gesichter tummeln.

Meine Strategie ist klar. Ich starte wiederholt den Selbstversuch, ohne adäquates Tempotraining die Kilometer mit knapp unter 5 Minuten zu laufen. Das würde eine Endzeit von 3 Stunden und 30 Minuten bedeuten. Es ist jedoch unrealistisch, es mit diesen Kilometerzeiten bis ins Ziel zu schaffen. Die Erfahrung der letzten Jahre sagt mir voraus, dass ich nach rund 30, 32 Kilometer, spätestens nach 34 Kilometer, spürbar langsamer werde und es dann wieder ein sehr beschwerlicher letzter Rennabschnitt sein wird.

No risk, no pain ;-). Startschuss! Und was soll ich sagen, ich mache meiner Startnummer alle Ehre und laufe tatsächlich die angepeilten Kilometerzeiten bis zur Ziellinie. Mein offizielles Endergebnis mit 3 Stunden, 26 Minuten und 42 Sekunden ist nicht nur persönliche Bestzeit, sondern reicht auch für den Steirischen Meistertitel in meiner Altersklasse M50.

Was zwischen Start- und Ziellinie passiert? Bei traumhaftem Herbstwetter ist die Strecke von unglaublich vielen Zusehern gesäumt, die richtig tolle Stimmung machen. Die Labestellen sind gut platziert und mit Iso, Wasser, Bananen, Gel etc. auch sehr gut ausgestattet. Bereits bei Halbzeit merke ich, dass sich die Kilometer heute noch deutlich leichter laufen als ich das bei meinen bisherigen Teilnahmen hier in Graz in Erinnerung habe. So tritt auch der befürchtete Einbruch zu Beginn des letzten Rennviertels nicht ein und ich kann die letzten Kilometer durch die Sackstraße, Neutorgasse, Schmiedgasse, Herrengasse und über den Opernring zurück zum Ziel in vollen Zügen genießen.

Graz, es war mir eine Ehre!

12.10.2025: 32. Kleine Zeitung Graz Marathon - Erlebnisbericht


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Samstag, 6. September 2025

06.09.2025: Torlauf Dachstein - Laufbericht

Torlauf Dachstein - Ultraläufer Wolfgang Kölli
"Manchmal muss man sich zum Glück zwingen!", heißt es in einem Sprichwort. Das trifft für meine Teilnahme am Torlauf Dachstein recht gut zu. Die Fotos und Streckenvideos von vergangenen Veranstaltungen haben mein Interesse sofort geweckt. Allerdings ist der Torlauf Dachstein punktuell auch sehr technisch. Insbesondere der Abstieg von der Edelgrießhöhe (inklusive Klettersteig und teilweiser Seilversicherung) hat es für jemanden, der ein klitzekleinwenig an Höhenangst leidet, in sich.

Aber durch meine heurige Teilnahme am Großglockner Ultra Trail habe ich auf technisch exponierten Abschnitten reichlich Erfahrung sammeln können und so fühle ich mich für den Lauf in der wunderschönen Ramsau am Dachstein letztendlich gut vorbereitet.

Der Start ist für 8 Uhr geplant. Da mir zwei Stunden Anreise bevorstehen, ist die Nacht kurz. Nach zwei Tassen Kaffee fahre ich voller Vorfreude in die Obersteiermark.

Ein wenig länger hätte ich schlafen können. Denn bald nach meiner Ankunft erfolgt seitens des Veranstalters die Durchsage, dass der Start um eine Stunde nach hinten verschoben wird. In der Nacht hat es am Berg leicht geschneit und es wird zugewartet, bis die Kraft der Sonnenstrahlen diese paar Flocken zum schmelzen bringt.

Der Start- und Zielbereich ist im WM-Stadion eingerichtet. Im Jahr 1999 hat hier die Nordische Ski-Weltmeisterschaft stattgefunden. Die Skisprunganlage und das Stadion sind nach wie vor in Betrieb. So finden hier regelmäßig Weltcup-Veranstaltungen der Nordischen Kombination statt. Eine geplante Bewerbung für eine neuerliche Austragung der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft im Jahr 2031 scheitert wie so oft an den notwendigen finanziellen Mittel.

Edelgrießhöhe Dachstein
Vor dem Start erhalten wir neben der Startnummer und einem Essens-Bon auch einen GPS-Tracker. So ist unsere Position jederzeit abrufbar und dient der Sicherheit aller Teilnehmer. Und schon geht es los. Die ersten Kilometer hinaus aus dem WM-Stadion verlaufen auf schmalen Wegen recht flach und sind gut laufbar. Entsprechend hoch ist das eingeschlagene Tempo. Nach gut 8 Kilometer ist der Einstieg zur Silberkarklamm erreicht. Über unzählige Holzstufen geht es die Klamm hoch. Unmittelbar daneben rauscht das Wasser zwischen große Felsen zu Tal. Ein Überholen ist hier auf den Treppen kaum möglich. Aber ich habe meinen Platz im Teilnehmerfeld ohnehin gefunden und steige Meter um Meter zur Silberkarhütte hinauf.

Hier bei der Silberkarhütte ist auch die erste Labestelle positioniert. Es ist ein kleiner Tisch mit Getränken aufgebaut und das Gedränge herum ist recht groß. Ich fülle hastig meine Wasserflasche auf und mache für die Nächsten Platz.

Die Trailrunning-Stöcke habe ich aus dem Köcher der Laufweste genommen. Sie werden mir auf den kommenden steilen 10 Kilometern eine große Hilfe sein. Auf meist engen und steinigen Serpentinen führt uns die Strecke immer weiter in die Höhe. Punktuell sind die Abschnitte derart technisch und felsig, dass ich die Hände zu Hilfe nehmen muss.

Bei der Labe am Guttenberg-Haus auf 2.146 Meter Seehöhe versorge ich meine Speicher mit Nachschub. Ich nehme ein weiteres Gel zu mir und fülle die beiden Flasks mit Wasser und einem isotonischen Getränk auf. Die höchste Stelle der Strecke ist allerdings noch nicht erreicht. Es geht weitere knapp 500 Höhenmeter aufwärts. Wir sind längst über der Baumgrenze. Die Landschaft nimmt bizarre Formen an. Ein Läufer tritt ein paar Serpentinen oberhalb einen kleinen Steinschlag los. Zum Glück kann ich den herabfallenden Schotterstücken aus dem Weg gehen.

Die Strapazen des Aufstiegs werden hier heroben mit einer großartigen Geröll-Landschaft belohnt. Ich bin vom ungewöhnlichen Anblick der grauen Gesteinsoberfläche hin und weg. "Gut, dass du heute hier an den Start gegangen bist!", bestätige ich mir selbst meine kluge Entscheidung.

Guttenberg-Haus
Der Abstieg von der Edelgrießhöhe steht unmittelbar bevor. Vorher mache ich jedoch noch ein paar Fotos dieser - ich wiederhole mich - abstrakten, bizarren, atemberaubend schönen und ungewöhnlichen Landschaft. Die ersten Meter geht es seilversichert abwärts. Nun folgt ein rund 10 Meter hoher Klettersteig. Ich verstaue meine Stöcke im Köcher, um die Hände frei zu haben. Unter mir steigt ein Teilnehmer sehr zaghaft die senkrechten, in den Fels gehauenen Metallbügel hinunter. Dann herrscht plötzlich Stillstand. Der Kollege ist wohl am Limit. Bock habe ich keinen, hier noch lange auf den Metallzargen stehend auszuharren. Ich will auch runter! Endlich geht es weiter. Teils sind die Abstände zwischen den Klammern so groß, dass ich mich langsam am Fels hinuntergleiten lasse. Dann habe ich endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Wobei fester Boden nicht ganz der Realität entspricht. Der Untergrund ist feinkörniger Schotter, auf dem kaum Halt zu finden ist. Es scheint, als würde man bei jedem Schritt mit einem Kubikmeter Schotter zu Tal rutschen. Die Stöcke wieder zu Hilfe zu nehmen, wäre schlau gewesen.

Zweimal leere ich auf dem Downhill meine Schuhe aus. Der feine Kies würde mir in den folgenden Stunden wohl die Haut aufscheuern und unnötige Probleme verursachen. Gamaschen hätten das Eindringen der feinen Steine in den Schuh verhindert. Aber man kann nicht an alles denken. Und so ein kleiner Schuh-Boxenstopp ist jetzt kein großes Ding.

Das feine Geröll weicht einem schmalen, stark verwurzelten Pfad. Es ist weiterhin Vorsicht geboten. Auf diesem Streckenabschnitt zu stolpern und zu stürzen, würde gar keinen Spaß machen.

Bei der nächsten Labestelle greife ich zu Obst und Salzgebäck. Gut gestärkt trabe ich rund 200 Höhenmeter hinauf zur Dachstein-Südwand-Hütte. Hier sitzen bei herrlichem Wetter viele Wanderer auf den Holzbänken und sorgen für eine gute Stimmung.

Finisher-Medaille Torlauf Dachstein
Es folgt ein recht steiler Abstieg. In Serpentinen geht es auf rutschig erdigem Terrain wieder viele Höhenmeter talwärts. Es folgt ein schön zu belaufender Trail über kupiertes Gelände. Bei der nächsten Labestelle auf der Walcheralm nehme ich bloß ein Stück Banane zu mir und fülle die Flasks mit Wasser auf. Ich jauchze innerlich. Die Landschaft, die Trails, das Wetter, mein Wohlbefinden, all das könnte nicht besser sein.

Das heutige Laufabenteuer nähert sich dem Ende. Die nächsten paar Kilometer sind auf einem moderat fallenden Schotterweg zu laufen. Auf diesem Abschnitt überhole ich noch einige Mitbewerber. Obwohl ich im Talboden den Stadionsprecher schon hören kann, ist noch eine größere Schleife zu laufen. Aber auch diese Höhenmeter bringe ich noch gut hinter mich, bevor ich Richtung Station laufen darf. Nach 6 Stunden und 41 Minuten bringe ich die 42 Kilometer mit 2.600 Höhenmeter in einer für mich sehr zufriedenstellenden Zeit zu Ende. In meiner Altersklasse belege ich unter 28 Teilnehmern den 5. Rang.

Im Ziel wird mir die Finisher-Medaille und das wohlverdiente Ziel-Bier gereicht. Nach einer Dusche im Schwimmbad löse ich den Essens-Bon ein und genieße ein sehr leckeres Nudelgericht. Bloß bei der Startnummern-Lotterie habe ich kein Glück. Aber das ist nun wirklich keine große Überraschung.

Am Heimweg lasse ich die letzten Stunden Revue passieren. Der Torlauf Dachstein hat es mir angetan. Trotz des technischen Abstiegs von der Edelgrießhöhe möchte ich diese außergewöhnliche Landschaft noch einmal zu Gesicht bekommen. So melde ich mich ein paar Tage später tatsächlich für den Torlauf Dachstein 2026 an.

06.09.2025: Torlauf Dachstein - Laufbericht


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Donnerstag, 5. Juni 2025

05.06.2025: 4. Graz Airport Run - Laufbericht

Airport Run Graz
Alle guten Dinge sind drei, heißt es in einer Redewendung. Zum dritten Mal in Folge stehe ich heute am Start des Airport Run Graz und zum dritten Mal werde ich in der Altersklasse (M50-60) den 3. Rang erlaufen. Und das bei wohlbemerkt jeweils über 60 Altersklassen-Teilnehmer. Nicht zum dritten Mal werde ich allerdings als Drittplatzierter eine Bronze-Medaille und einen mit Goodies gefüllten Rucksack, gesponsert vom Flughafen Graz, entgegen nehmen dürfen. Denn auf eine Siegerehrung der Altersklassen wird in diesem Jahr völlig überraschend verzichtet. Wie gewohnt werden jedoch die schnellsten Damen, Herren und Staffeln mit sehr großzügigen Reisegutscheinen entlohnt.

Aber das alles ist nicht wichtig, Wesentlich ist zum einen, dass das gesamte Startgeld der 800 genannten Teilnehmerinnen und Teilnehmer dem Sterntalerhof, einem Hospiz für Kinder und Familien, zu Gute kommt. Und das sind bei einem Startgeld von 25 Euro pro Kopf und Nase in Summe stolze 20.000 Euro an Spendengelder. Zum anderen ist es natürlich ein besonderes Event, wenn währen des aktiven Flugbetriebs im Nahbereich der Start- und Landebahn am Grazer Flughafen gelaufen werden darf. Diese Gelegenheit sollte man sich nicht entgehen lassen.

Für das Startgeld erhält man neben einer außergewöhnlichen Location die Startnummer mit integriertem Zeitchip, eine Kleiderabgabe, eine Finisher-Medaille, eine Siegerehrung mit Verlosung, eine ansprechende Moderation und ein vergünstigtes Parkticket.

4. Graz Airport Run
Die letzten Tagen waren anstrengend. Trotz müdem Körper kann die Strategie für eine 5,8 Kilometer lange Strecke dennoch nur lauten, so rasch als möglich über die Ziellinie zu laufen. Ich mache mich ein paar Minuten warm und schon werden wir aufgerufen, im Startbereich Aufstellung zu nehmen. Da zu viele langsamere Läuferbeine einer schnellen Zeit hinderlich sind, platziere ich mich recht weit vorne. Und schon geht es los. 

Wie erwartet ist es eine große Überwindung, die Kilometer am Limit zu laufen. Die hohen Temperaturen machen mir nichts aus, aber der Gegenwind auf den beiden Schlusskilometern ist zermürbend. Was bin ich froh, stehenbleiben zu dürfen, als ich nach 24 Minuten und 34 Sekunden das Ziel erreicht habe

Ich klassiere mich auf Rang 39 von insgesamt 776 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. In meiner Altersklasse M50 werde ich unter 62 Startern sehr guter Dritter.

Fazit: Klare Teilnahme-Empfehlung! Aber nicht zu lange überlegen. Die Startplätze sind limitiert und rasch vergriffen.

05.06.2025: 4. Graz Airport Run - Laufbericht


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Sonntag, 5. Januar 2025

05.01.2025: La Corsa della Bora - DNS

Da ich in den letzten Jahren auch in den Wintermonaten relativ viel gelaufen bin, möchte ich diesmal recht früh im Jahr meine Ultratrail-Saison einläuten.

Nach kurzer Recherche werde ich fündig. Der La Corsa della Bora nähe Triest soll es kurz nach dem Jahreswechsel sein. Hier lässt sich ein Neujahrs-Familienausflug ans Meer hervorragend mit einem Ultralauf auf offensichtlich landschaftlich schöner Strecke kombinieren. 

Zur Auswahl stehen Distanzen zwischen 5 und 105 Kilometer. Die Startgebühr für den sogenannten S1 Anniversary Ultra über 105 Kilometer beträgt zum Zeitpunkt meiner Anmeldung 105 Euro. Mittlerweile ist das Nenngeld in Höhe von einem Euro pro Kilometer ein wahres Schnäppchen.

Beschrieben wird die Route des S1 Anniversary Ultra mit Start und Ziel am Golf von Triest, der zudem mit knapp 4.000 Höhenmeter aufwartet, als sehr abwechslungsreich. Vom Triester Karst, vom Rosandra-Tal, von zu belaufenden Schützengräben aus dem 2. Weltkrieg bis hin zu den Klippen hoch über dem Meer ist zu lesen. Auch ein schönes Hotel in Sistiana ist rasch gefunden und gebucht.

Die Vorfreude weicht jedoch einer sehr starken Erkältung mit Fieber, Gliederschmerzen, Husten und Schnupfen. Das volle Programm wird mir kredenzt. Statt über die durchlebten Höhen und Tiefen während meiner Teilnahme am S1 Anniversary Ultra zu berichten und mich an einer Finisher-Medaille zu erfreuen, bleibt mir bloß zu sagen, dass ich krankheitsbedingt nicht anreisen kann. Somit wird nur ein "DNS", also ein "did not start" in der Ergebnisliste der La Corsa della Bora 2025 zurückbleiben.

Aber kein Grund, lange Trübsal zu blasen. So etwas kommt vor. Gerade in den Wintermonaten fängt man sich trotz aller Vorsicht schnell eine Virusinfektion ein und dann wird es in einer Disziplin, die dem Körper alles abverlangt, eben mal ein "kann nicht teilnehmen".

Daher: Auskurieren, neue Pläne schmieden (viele stehen ohnehin schon fest) und sich bald wieder am Laufen erfreuen.

05.01.2025: La Corsa della Bora - DNS


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Sonntag, 13. Oktober 2024

13.10.2024: Kleine Zeitung Graz Marathon im Team Hyundai - Erlebnisbericht Staffelmarathon

Vorwiegend laufe ich meine knapp 3.000 Jahreskilometer fernab von asphaltierten Straßen und großen Teilnehmerfeldern auf Trails. Doch es ist schon beinahe Tradition, dass ich am Ende meines Wettkampfjahres den Städtemarathon in Graz in Angriff nehme. 

Ich wohne mit meiner Familie im Süden von Graz. So liegt die Landeshauptstadt der Steiermark quasi vor meiner Haustüre. Auf Grund der leichten Erreichbarkeit habe ich vom Kleine Zeitung Graz Marathon schon einige Finisher-Medaillen in meiner Schublade. Auch meinen allerersten Marathon bin ich hier in Graz gelaufen. Nach exakt 4:00 Stunden krönte ich mich im Jahr 2014 zum Marathoni.

In diesem Jahr wollte ich jedoch eine Pause einlegen. Den wiederholten und zum scheitern verurteilten Selbstversuch, trotz fehlendem tempospezifischen Training auf sub 03:30 Stunden anzulaufen und zwischen bei 35 Kilometer "tilt" zu sein, habe ich eigentlich satt. Das Faire in der Leichtathletik ist, dass man in der Regel nicht für etwas belohnt wird, was man nicht trainiert hat. Auch dass der Marathon aus zwei beinahe identen Runden besteht, macht die Sache in Graz mental nicht gerade einfach. Vor allem das Teilstück ab der Keplerbrücke Richtung nördlichen Wendepunkt und retour, ist wenig attraktiv. Also heuer keine Teilnahme!

Manchmal kommt es dann doch anders. Durch Instagramm werde auf ein Gewinnspiel von Hyundai Österreich aufmerksam gemacht. Es werden zwei glückliche Gewinner gesucht, die in einer 4er-Staffel - gesponsert von Hyundai und Namensgeber des Staffelbewerbs - den Kleine Zeitung Graz Marathon in Angriff nehmen. Die beiden anderen Staffelteilnehmer sind niemand geringerer als Österreichs derzeit schnellster Marathonläufer Peter Herzog und Ex-Fußballprofi Sebastian Prödl. Dem nicht genug, wird zusätzlich ein tolles Rahmenprogramm geboten. Dazu gehört ein gemeinsames Essen am Vorabend, eine Nächtigung in einem guten Mittelklassehotel sowie ein uneingeschränkter Zutritt zum VIP-Bereich in der Grazer Oper am Marathon-Tag. 

Die Aussicht, Peter Herzog und Sebastian Prödl persönlich kennenzulernen und mit ihnen beim Abendessen über Sport und die Welt zu plaudern, veranlasst mich zur Teilnahme am Gewinnspiel. Und der Glücksengel meint es gut mit mir. Einige Tage später erhalte ich die Nachricht, dass ich einen Startplatz gewonnen habe. Die zweite Gewinnerin kommt aus Deutschland und nimmt für die Anreise nach Graz eine 12stündige Zugfahrt in Kauf.

Das Marathon-Wochenende startet wie versprochen mit einem gemeinsamen Essen am Vorabend des Marathonlaufs. Am Tisch sitzen Peter Herzog und Sebastian Prödl, namhafte Vertreter von Hyundai Österreich sowie Melanie aus Hannover und meine Wenigkeit. Ich genieße es, mit den Spitzensportlern über meine Teilnahme am Western States 100 zu plaudern und lausche den spannenden Erzählungen aus ihren erfolgreichen Karrieren. Dass ich recht spät esse, ist zwar nicht optimal, aber im Grunde egal. Denn wir vier sind uns einig, die Staffel zu genießen und keinen sportlichen Druck aufkommen zu lassen. Auch wenn Peter die Absicht kundtut, die erste rund 10 Kilometer lange Etappe in rund 30 Minuten laufen zu wollen 😱! Nach ein paar Stunden geht ein sehr gelungener Abend zu Ende.

Am nächsten Morgen reise ich entspannt mit dem Bus in die Stadt. Der erste Weg führt mich zur Akkreditierung für den VIP-Bereich, der in der Grazer Oper untergebracht ist. Was ist das für ein Privilig, sich hier aufhalten zu dürfen 😳. Das Catering fehlt natürlich auch nicht. So 

Nun heißt es aber, in den Shirts des Sponsors Hyundai für ein gemeinsames Foto am Opernring Aufstellung zu nehmen. Anschließend stimmen wir uns zeitlich ab, damit für die Staffelübergaben soweit alles klar ist. Und dann fällt auch schon der Startschuss.

Peter Herzog braust mit dem Elitefeld der Marathonläufer davon. Ich muss zusehen, dass ich rechtzeitig in meiner Wechselzone bin. Daher verabschiede ich mich von Melanie und Sebastian und trabe locker über die Herrengasse und Sackstraße bis zur Keplerbrücke. Dort bereite ich mich in meiner Wechselzone auf meinen Auftritt vor. Ich verstaue meine Regenjacke im Laufgürtel und warte auf das Eintreffen von Peter. 

Und da kommen sie auch schon angebraust. Gemeinsam mit den drei führenden Kenianern biegt Peter um die Kurve und übersieht beinahe die Wechselzone. Er übergibt mir den Transponder und ich laufe los. Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich als Führender der Staffelwertung unterwegs bin. So laufe ich quasi auf leerer Strecke zum Wendepunkt Nord hoch. Zuschauer applaudieren lautstark, wenngleich ich vermutlich teils große Verwunderung auslöse. Ich selbst würde mich am Streckenrand fragen, wie denn dieser doch ältere Mann ins Spitzenfeld des Kleine Zeitung Graz Marathons gelangt ist? 

Meine Kilometerzeiten pendeln sich bei rund 4:15 Minuten ein. Erst ein paar hundert Meter vor meiner Wechselübergabe am Glockenspielplatz werde ich von einigen Athleten überholt. Bis dahin laufe ich völlig allein; krass 😁. 

Nach knapp 40 Minuten übergebe ich den Zeittransponder an Melanie, unserer weiblichen Staffelteilnehmerin aus dem deutschen Hannover. Mit den besten Wünschen verabschiede ich sie auf ihre 13 Kilometer lange Teilstrecke. Ich ziehe mir meine Regenjacke über und beschließe, über den Schlossberg zurück zur Grazer Oper zu joggen.

Melanie und auch unser prominenter Schlussläufer Sebastian Prödl laufen hervorragende Zeiten. Die letzten paar hundert Meter entlang des Opernringes versammeln wir uns um unseren Schlussläufer Sebastian und laufen gemeinsam über die Ziellinie. So sind wir nicht nur eine sehr sympathische, sondern mit einer Gesamtzeit von 3:09:12 Stunden und Platz 7 in der Mixed-Wertung des Kleine Zeitung Graz Marathon auch eine sehr erfolgreiche Hyundai-Staffel!

Zurück im VIP-Bereich ziehe ich mir trockene Klamotten über und lasse es mir noch einige Zeit bei Speis und Trank und interessanten Gesprächen gut gehen. Dann verabschiede ich mich von Melanie, Peter und Sebastian sowie von den Vertretern des Sponsors und fahre nach Hause, um meiner Familie vom erlebnisreichen Tag zu berichten. 

Noch einmal ein herzliches Danke an Hyundai Österreich für dieses sehr spezielle und wohl einmalige Marathon-Wochenende. Es war mir eine Ehre, Teil dieser Staffel gewesen zu sein.

Ich hoffe, viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten einen ebenso unvergesslichen Zieleinlauf und morgen keinen quälenden Muskelkater 🐈. Aber wenn doch? "Der Scherz vergeht, der Stolz bleibt!"

13.10.2024: Kleine Zeitung Graz Marathon im Team Hyundai - Erlebnisbericht Staffelmarathon


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Donnerstag, 13. Juni 2024

13.06.2024: 3. Airport Run Graz - Laufbericht

Graz Airport Run 2024
Wenn während des aktiven Flugbetriebs im Nahbereich der Start- und Landebahn am Grazer Flughafen gelaufen werden darf, sollte man sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Auch dann nicht, wenn die Beine von einem 106 Kilometer langen Langstreckenlauf noch recht müde sind. 

Der Airport Run Graz findet heuer zum dritten Mal statt. Die Nenngebühr beträgt 25 Euro und wird zur Gänze der karitativen Einrichtung "Dank Dir" zur Verfügung gestellt. So kann bei der Siegerehrung ein Scheck über stolze 20.000 Euro übergeben werden.

Für das Startgeld erhält man neben einer außergewöhnlichen Laufstrecke die Startnummer mit integriertem Zeitchip, eine Kleiderabgabe, eine schöne Finisher-Medaille, eine Siegerehrung, eine ansprechende Moderation und ein vergünstigtes Parkticket.

Trotz schwerer Beine und fehlender Regeneration kann die Strategie für die 5,8 Kilometer lange Strecke nur lauten, so rasch als möglich über die Ziellinie zu laufen. Ich laufe mich ein paar Minuten warm. Da zu viele langsamere Läuferbeine einer schnellen Zeit besonders hinderlich sind, nehme ich weit vorne Startaufstellung. Und schon geht es los. 

Wolfgang Kölli beim Airport Run Graz 2024
Die ersten drei Kilometer läuft es unerwartet gut. Die Kilometerzeiten liegen knapp unter 4 Minuten. Kurz nach dem Wendepunkt wird es jedoch schwer; richtig schwer. Mein vorermüdeter Körper kann das Tempo nicht halten. Die nächsten beiden Kilometer sind deutlich langsamer. Dennoch beiße ich die Zähne zusammen und erreiche nach exakt 24 Minuten das Ziel. Was bin ich froh, stehenbleiben zu dürfen.

Ich klassiere mich auf Rang 27 von 458 männlichen Startern. In meiner Altersklasse M50 werde ich unter 65 Startern stolzer Dritter und darf zur Siegerehrung. Mit einer Bronze-Medaille, einem Rucksack samt Goodies des Flughafens Graz und einem tollen Erlebnis mache ich mich auf den Heimweg.

Fazit: Klare Teilnahme-Empfehlung! Aber nicht zu lange überlegen. Die Startplätze sind limitiert und rasch vergriffen.

13.06.2023: 3. Airport Run Graz - Laufbericht


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