Mittwoch, 2. Mai 2018

23.04.2018: St. Ruprechter Marktlauf - Laufbericht

Heute hat es uns in die Oststeiermark, unweit von Gleisdorf, verschlagen. In St. Ruprecht an der Raab findet der 11. St. Ruprechter Marktlauf statt. Veranstaltet wird der Marktlauf vom FC-Donald, einem ortsansässigen Sport- und Kulturverein.

Eigentlich sind wir wegen Sebastian hier. Ihm machen die Kinderläufe aktuell so viel Spaß, dass er immerfort auf Medaillenjagd gehen möchte. Auf der Suche nach einem in der Nähe befindlichen Kinderlauf, sind wir eben auf diesen Lauf in St. Ruprecht gestoßen.

Die Kinder- und Schülerläufe starten ab 13:45 Uhr und weisen je nach Altersgruppe eine Distanz zwischen 200 Meter und 1350 Meter auf. Anschließend werden die "Geher" auf ihre 4050 Meter lange Strecke geschickt. Um 15:45 Uhr startet der 9750 Meter lange Marktlauf bzw. zeitgleich der 3900 Meter lange Hobbylauf.

Auch mir passt ein kurzer, flotter Lauf gut in meine Regenerationswoche. Nach zwei kilometerintensiven Trainingswochen steht verminderter Laufumfang bei gesteigerter Intensität am Programm. So werde ich um 15:45 Uhr am Start des Marktlaufes stehen.

Der Park inmitten von St. Ruprecht an der Raab ist der Start- und Zielbereich. Hier stehen Tische und Bänke, ist die Bühne für die Siegerehrung aufgebaut sowie gibt es eine Ausschank für Speis und Trank. Die Ausgabe der sogenannten Starterbags findet in der angrenzenden Musikschule statt. Für Sebastians U8-Kinderlauf-Nennung waren 8 Euro zu bezahlen. Neben der Startnummer erhält Sebastian den (bei Kinderläufen mietfreien) HTT-Zeitnehmungschip und eine Tragetasche mit einem Kilo Mehl, einigen Produktproben und viel Werbepapier. Ich werde es nie verstehen, warum man nicht ein kinderspezifisches Goodie-Bag vorbereiten kann. Bevor man einem Kind einen Kilogramm Mehl überreicht, sollte man auf das Starterbag verzichten. Muss eh nicht sein. Aber wenn, dann passend ...

Mein Startersackerl für 15 Euro Nenngeld ist mit den selben Produktproben und Werbepapieren bestückt wie Sebastians. Statt dem Mehl habe ich eine Packung Nudeln dabei. Zusätzlich habe ich 3 Euro für die Chipmiete zu berappen.

Ich hefte Sebastian die Startnummer an und montiere den HTT-Chip (Scheckkartenformat) vorschriftsmäßig im Bereich der linken Hüfte. Als Läufer ist man hier wie ein Christbaum behangen. Da lobe ich mir meinen pentek-Chip, den ich am Schuh oder Fußgelenk montiere oder Zeitnehmungschips, die in der Startnummer integriert sind.

Die Kinderbewerbe finden auf einem Rundkurs um den Park statt. Die Runde misst 350 Meter. Auf die Kleinsten warten 200 Meter. So nehmen die Bambinis auf der Gegengeraden Aufstellung und warten auf das Startsignal. Los geht es. Die Nachwuchssprinter legen sich mächtig ins Zeug und haben es kurze Zeit später auch schon geschafft. Anerkennend erhalten sie Finishermedaillen und einen Eis-Gutschein.

Nun ist Sebastian an der Reihe. Für Teilnehmer des U8-Bewerbes gilt es, eine komplette Runde um den Park zu laufen. Die letzten zwei Minuten werden vom Moderator angekündigt. Halt! Ein weiterer Offizieller unterbindet den Countdown. Die Zeitnehmung sei noch nicht so weit. Die offizielle Uhr ginge falsch. So wird eine Verzögerung von zwei Minuten angekündigt. Jedoch nach bereits einer Minute hat es der Moderator wohl satt und beginnt seinen Countdown von Neuem. "Start!", brüllt er ins Mikrofon. Die ersten Kinder flitzen wie Pfitschipfeile davon. Der zweite Offizielle am Rad-Esel quittiert den Fauxpas mit einem Schimpfwort. Sebastian hat in diesem "Kudelmudel" den Start verschlafen und läuft im hinteren Teil des Feldes. Das sehr warme Frühlingswetter macht den jungen Sportlern zu schaffen. Auf der Gegengeraden ist Sebastian schon sehr am kämpfen. Aber nach 1:35 Minuten ist die Runde auch schon geschafft und Sebastian freut sich auf die Medaille. Die gibt es aber nicht. Auf Nachfrage hin wird mir erklärt, dass nur die Bambinis eine Finishermedaille bekämen. "Für die übrigen Kinderläufe gäbe es Siegerehrungen für die drei Erstplatzierten", bekomme ich als Antwort. Sebastian ist ein wenig enttäuscht. Ich bin auf mich selbst wütend, die Ausschreibung nicht gewissenhaft gelesen zu haben. Eis-Gutschein gibt es auch keinen. Eigentlich gibt es für die 8 Euro Startgeld außer einem Kilo Mehl gar nichts. Nepp? Schon klar, dass der Veranstalter den einen oder anderen Euro Gewinn machen möchte, aber nicht bei den Kinderläufen. Es gibt genügend tolle Beispiele, wo es für gleiches Startgeld ein leckeres Essen, ein Shirt und eine Medaille gibt. Junge Sportler gehören wertgeschätzt.

Sebastians Enttäuschung ist zum Glück nur von kurzer Dauer. Der Spaß am Laufen soll natürlich im Vordergrund stehen. Wir lassen ihn hochleben und sagen ihm einmal mehr, wie stolz wir auf ihn sind und auch er auf seine Leistungen stolz sein kann. Mein Lauf startet erst knapp 2 Stunden. Diese Wartezeit möchte ich meiner Familie nicht zumuten. So fahren Sebastian, seine Mutter und sein Opa ins benachbarte Gleisdorf und vergnügen sich bei einer Runde Minigolf. Aber auch ich bleibe nicht alleine in St. Ruprecht zurück, denn mein Bruder samt Freundin und Nachwuchs statten einen Besuch ab, warten mit mir gemeinsam auf meinen Wettbewerb und drücken anschließend die Daumen.

Der Marktlauf führt über 5 Runden zu jeweils knapp 2 Kilometer, sodass in Summe 9,750 Kilometer zu laufen sind. Inzwischen brennt die Sonne erbarmungslos vom Himmel. Es fehlt bestimmt nicht viel auf die 30-Grad-Marke. Da auch der 3,9 Kilometer lange Hobbylauf zeitgleich startet, stehe ich gemeinsam mit rund 200 weiteren Läufern am Start. Ich habe mir als Ziel eine Zeit um die 42 Minuten gesetzt.

Start! Den ersten Kilometer gehe ich etwas zu flott zur Sache und stoppe ihn nach knapp 4 Minuten, obwohl das Gelände ein wenig ansteigt. Zu Beginn des zweiten Kilometer führt die Strecke auf einem Schotterweg leicht bergab, bevor es recht flach Richtung Park geht, der zu umrunden ist. Kurz vor Start und Ziel ist eine Labestelle positioniert. Für die erste Runde benötige ich genau 8 Minuten. Der Schweiß fließt bereits in Strömen und ich habe zu einem Becher Wasser gegriffen. Die moderate Steigung der zweiten Runde setzt mir bereits zu, sodass ich die Runde mit 8:22 Minuten stoppe. Ein Becher Wasser unmittelbar vor Start und Ziel spendet mir kurzfristig Erfrischung. Es wird hart und die dritte Runde wieder langsamer. Nach 8:34 Minuten ist sie geschafft. Nächste Runde, gleiches Spiel: Kämpfen, schwitzen, Becher Wasser schnappen und wieder ein paar Sekunden verlieren. 8:46 Minuten für Runde vier wird die Auswertung im Anschluss zeigen. Die letzte Runde bricht an. Körper und Geist fassen Hoffnung, die heutige Laufaufgabe bald geschafft zu haben. So kann ich noch einmal ein wenig zulegen und laufe mit einer Rundenzeit von 8:36 Minuten und einer Gesamtzeit von 42:19 Minuten auf dem 34. Gesamtrang ins Ziel.

Ich labe mich bei einem kleinen Stück Kuchen und einer Flasche Wasser. Beim Online-Studium der Ergebnislisten stelle ich fest, dass ich es in der Altersklasse M45 tatsächlich als Drittplatzierter auf das Podest geschafft habe. Meine Freude ist groß, denn Podestplätze kann ich leicht an einer Hand abzählen. So darf ich zur Siegerehrung und mir meine Ehrenmedaille abholen.

23.04.2018: 11. St. Ruprechter Marktlauf - Laufbericht


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