Sonntag, 22. März 2026

22.03.2026: Salomon Lindkogel Trail - Laufbericht

Zum 10. Mal wird der Salomon Lindkogel Trail ausgetragen und zum bereits 5. Mal stehe ich selbst an der Startlinie. Zum wiederholten Mal bin ich für den Ultra Trail gemeldet. Die Strecke ist 54,5 Kilometer lang und weist 2.370 Höhenmeter auf.

Wenn bloß das frühe Aufstehen nicht wäre. Denn um bereits 04:15 Uhr reißt mich der Wecker aus dem Schlaf, um zwei Tassen Kaffee später im Auto auf dem Weg nach Bad Vöslau zu sitzen, wo um 07:30 Uhr der Startschuss fällt. 

Am Vorplatz des Thermalbades Vöslau sind bereits alle Vorkehrungen getroffen, um ein gelungenes Trailrunning-Fest zu feiern. So sind hier eine Moderatorenbühne sowie der Start- und Zielbogen aufgebaut, die Kleiderabgabe und Startnummernausgabe eingerichtet, WC-Anlagen stehen ebenso wie Tische und Bänke für die Labung nach dem Zieleinlauf bereit. Eigentlich fehlt es nur an einer Duschmöglichkeit.

Die Temperatur liegt nur wenige Grad Celsius über dem Gefrierpunkt, als ich dick eingemummt zur Startnummernausgabe gehe. Mir wird die Startnummer 3 zugeteilt. Das Goodie-Bag gibt es traditionell erst im Ziel; hoffentlich gemeinsam mit der Finisher-Medaille.

Es herrscht nicht unbedingt meine Wohlfühl-Temperatur. Auch wenn es im Tagesverlauf meist sonnig sein wird, so klettern die Temperaturen kaum über 12, 13 Grad Celsius. Dazu weht oft ein kühler Wind. Für die meisten Teilnehmer wird es ein beinahe perfektes Laufwetter sein. Ich für meinen Teil bin ein Genussläufer und dazu zählt, dass die Sonne vom Himmel knallt und der Schweiß in Strömen fließt ;-).

In meiner Salomon-Laufweste führe ich 2 Softflasks mit Wasser, 6 Gels meines Vertrauens, einen Trinkbecher, ein Erste-Hilfe-Set und eine Regenjacke mit. Ersatz-Kontaktlinsen und ein Müllsack dürfen ebenfalls nicht fehlen.

Ich nehme Startaufstellung. Einige Fotos werden gemacht und nach einem kurzen Race-briefing verabschiedet uns der Veranstalter auf die Strecke.

Zeit für ein gemütliches Warmlaufen gibt es hier nicht. Denn vom Start weg, zuerst auf einer gepflasterten Straße mit Stufen, später durch den Kurpark mit seinem alten Baumbestand, werden gleich mal einige Höhenmeter gesammelt. Meine Beine, von den letzten Trainingswochen schon reichlich vorermüdet, fühlen sich nicht sonderlich locker an. Aber damit habe ich gerechnet. Also abhaken und dem Müdigkeitsgrad der malträtierten  Gliedmaßen keine weitere Beachtung schenken.

Auf wunderbar zu laufenden Waldpfaden geht es hoch zum Jubiläumskreuz Bad Vöslau. Hier halte ich für einen ersten Foto-Stopp, bevor ich den Aufstieg zum Sooßer Lindkogel fortsetze. Die erste von vier markanten Erhebungen ist nach rund 7 Kilometer bezwungen. 

Auf den kommenden Kilometern wechseln sich technisch anspruchsvollere Singletrails mit "Waldautobahnen" ab. Die Strecke fällt moderat bis vereinzelt steil und lässt sich grundsätzlich großartig laufen. Achtsamkeit ist jedoch gefragt. Denn untern den Blättern lauern mit Wurzeln und teils großen Steinen potenzielle Stolperfallen. Ich habe meine Position im Läuferfeld gefunden und kann ungestört mein eigenes Tempo laufen. Nach rund 11,5 Kilometer führt die Strecke raus aus dem Wald und ich laufe entlang der Steinbruchgasse in Richtung Helenental zügig abwärts.

Nach einem schönen Teilstück parallel zur Schwechat steht mir der Anstieg zur Sina-Warte bzw. zum Schutzhaus Eisernes Tor bevor. Hier nehme ich meine Trailrunning-Stöcke zu Hilfe. Schritt für Schritt geht es aufwärts. Die Frühjahrsblüher bedecken hier den Waldboden mit einem wunderschönen grünen Teppich. Oben angekommen, mache ich ein paar Fotos und verstaue meine Stöcke wieder im Köcher meiner Laufweste, bevor es auf Schotterwegen moderat abschüssig hinab ins nächste Tal geht. Selten, dass mal ein paar hundert Meter auf Asphalt zu laufen sind. Uns Teilnehmern wird beim Lindkogeltrail wirklich eine tolle Strecke geboten!

Im Ort Maria Raisenmarkt ist der Talboden erreicht. Hier an der Labestation nehme ich ein weiteres Gel zu mir. Ich fülle meine Flasks mit Wasser und Iso. So bin ich nun für die Schleife auf den Peilstein gewappnet. Zuerst geht es entlang des Groisbaches und später über einen tollen Singletrail einen Hohlweg empor. Über Waldpfade und zu guter Letzt über kräfteraubende, hohe Stufen steige ich dem Gipfelkreuz entgegen. Die Strapazen des Aufstieges werden mit toller Fernsicht entlohnt. Über mäßig fallende Waldwege geht es wieder zum Ort Maria Raisenmarkt hinunter. Polizisten regeln das gefahrlose Queren der Straße und sichern die Labestelle ab.

Nach einer kurzen Trailpassage folgt ein längerer Abschnitt auf einer asphaltierten Gemeindestraße. Ein letzter nennenswerter Aufstieg wartet noch darauf, bezwungen zu werden. Kontinuierlich führt der Weg hoch. Die befestigte Straße weicht einem Schotterweg und letztendlich einem Pfad. Geschafft! Ab  Kilometer 40 geht es nun mehrheitlich fallend zurück nach Bad Vöslau.

Bergab wechseln sich Singletrails und Forststraßen ab. Mir geht es nach wie vor recht gut. Klar nörgeln die Muskeln und Gelenke. Aber das gehört dazu, wenn man sich an ultralange Strecken wagt. Und diese Wehwehchen sollte man in Kauf nehmen und sie nicht - wie leider häufig beobachtet - mit Schmerztabletten lindern.

Auf einem flachen Schotterweg trabe ich auf die letzte Verpflegestelle zu. Rund 5 Kilometer liegen noch vor mir, als ich mit Cola und einem weiteren Gel meine Energiereserven ein letztes Mal auffülle.

Inmitten von Weinhängen geht es die Merkensteiner Straße hoch. Die letzten 3 Kilometer führen auf Singlepfaden durch den Kurpark Bad Vöslau. Hier heißt es nochmal konzentriert zu laufen, um nicht - schon reichlich ermüdet - über eine der zahlreichen Wurzeln oder Steine zu stolpern. Ich höre bereits die Moderatorenstimme, als ich die letzten paar hundert Meter auf Pflastersteinen abwärts laufe.

Nach 6 Stunden und 42 Minuten ist es dann vollbracht. Ich überquere als insgesamt 68. von 195 Finishern die Ziellinie. In der Altersklassenwertung AK50 klassiere ich mich unter 37 Teilnehmern auf Platz 10. Mir wird die Finisher-Medaille um den Hals gehängt und das Goodie-Bag ausgefolgt.

Fazit: Die Strecke des Lindkogeltrails ist mit wenigen Ausnahmen technisch nicht sehr anspruchsvoll und großteils sehr gut laufbar. Mit einer Distanz von knapp 55 Kilometern und beinahe 2.400 Höhenmeter ist der Ultra Trail keinesfalls zu unterschätzen. Daher sollte schon eine gewisse Lauferfahrung über längere Strecken vorhanden sein. Entschädigt wird der Teilnehmer mit wunderbar zu laufenden Singletrails, Wald- und Schotterwegen sowie mit großartigen Aussichten von der Sina-Warte oder vom Peilstein. Die Verpflegestellen sind gut positioniert und ausreichend bestückt. Die zahlreichen Helfer sind sehr freundlich, die Streckenmarkierung lückenlos. Der Start-/Zielbereich im Bereich des Thermalbades Vöslau bietet eine gute Infrastruktur bei tollem Ambiente.

22.03.2026: Salomon Lindkogel Trail - Laufbericht


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