Das Jahr 2025 endet, wie es beginnt. Mit einer Infektionskrankheit, die mich zur Laufpause zwingt. Die für Anfang des Jahres geplante Teilnahme an der La Corsa della Bora rund um Triest fällt somit ins Wasser. Gut im Training ziehe ich mir Anfang März einen Muskelfaserriss in der Wade zu. Somit kann ich auch am zweiten geplanten Wettkampf des Jahres, dem Lingkogeltrail, nicht teilnehmen.
Nach der ausgeheilten Muskelverletzung und sorgsamen Umfangsteigerungen nehme ich Anfang Mai am Welschlauf teil. Die Anstiege laufe ich mit Bedacht, um meine Wade nicht über Gebühr zu strapazieren. Nach 4 Stunden und 21 Minuten überquere ich die Ziellinie.
Völlig ermüdet von der Tennismeisterschaft fahre ich widerwillig zum 6-Stunden-Trailrun im Rahmen des Semmering Adventure Run. Die anspruchsvolle 8 Kilometer lange Runde mit 700 Höhenmeter rund um Maria Schütz verlangt mir alles ab. Rückblickend ist es eine wertige Trainingseinheit auf dem Weg zum eigentlichen Saisonhighlight, dem Großglockner Ultra Trail.
Beim Fernitzer Wald- und Wiesenlauf und beim Airport Run Graz sind kürzere Distanzen zu absolvieren. Diese flotten Einheiten sind eine willkommene Abwechslung und steigern die Grundgeschwindigkeit. Dass es heuer beim Airport Run Graz erstmalig keine eigene Siegerehrung für die Altersklassen gibt, finde ich sehr schade. Denn die Teilnehmerzahl ist hoch und so habe ich es unter 62 Teilnehmern der Altersklasse auf den 3. Rang geschafft. Somit bleibt mir heuer bislang eine offizielle Siegerehrung verwehrt.
Besondere Eindrücke darf ich als Sweeper beim Mozart 100 erleben. Als Schlussläufer einer Teilstrecke rund um das Salzburger Land ist es meine Aufgabe, zeitlich an der Cut-off-Grenze zu laufen und die Streckenmarkierung zu entfernen.
Der Veitscher Grenzstaffellauf hält nicht ganz, was er verspricht. Denn statt der angekündigten 54 Kilometer ist die Strecke bloß knapp 50 Kilometer lang. Nichts desto trotz bietet der Lauf tolle landschaftliche Eindrücke und der Aufstieg über den Teufelssteig zum Graf-Meran-Haus ist das i-Tüpfelchen des sehr gut organisierten Laufevents.
Der Großglockner Ultra Trail hält auf 110 Kilometer Distanz stolze 6500 Höhenmeter bereit. Mit Start und Ziel in Kaprun fällt am späten Abend der Startschuss. Das Wetter ist seit Tagen schlecht und so bleibt es auch. Es regnet die ganze Nacht durch. In Kombination mit der Kälte verlangt die Witterung den Teilnehmern alles ab. Viele unterschätzen die Anforderungen dieses hochalpinen Ultratrails und steigen bereits bei den ersten beiden Checkpoints aus. Zudem erschwert Nebel die Sicht im Kegel der Stirnlampe. Die Auf- und Abstiege sind technisch sehr anspruchsvoll. Dennoch komme ich gut durch die Nacht. In Kals steht mein Drop-Bag bereit. Ich ziehe mir trockene Klamotten an, labe mich und fühle mich für den zweiten Streckenabschnitt bereit. Auf dem Anstieg zum Lugner-Haus erhalte ich die Information, dass die Rennleitung den Großglockner Ultra Trail abgebrochen hat. Ich muss zurück nach Kals laufen und werde mit dem Bus nach langer Wartezeit endlich nach Kaprun zurück gebracht. Im Nachhinein erfährt man, dass in hohen Lagen leichter Schneefall eingesetzt hat und schlecht ausgestattete Teilnehmer den Abbruch provoziert haben. Völlig unterkühlt konnten sie die Checkpoints und Schutzhütten nicht mehr verlassen, sodass die Veranstalter keinen anderen Ausweg als den Abbruch sahen. Mir wird das erste Finish meiner Laufkarriere genommen. Zudem fehlt mir nun ein Qualifikationslauf für die Startplatzlotterie des Western States 100 Endurance Run.
Eine ganz klare Teilnahmeempfehlung spreche ich hingegen für das Koralm Trailrunning Event aus. Die Organisation ist top und die Strecke gespickt mit unzähligen landschaftlichen Highlights. Ein paar Kilometer vor dem Ziel werde ich von einer Hornisse in das Knie gestochen. Zum Glück reagiere ich nicht allergisch und kann den knapp 70 Kilometer langen Lauf erfolgreich zu Ende bringen.
Die Bilder von der Edelgrießhöhe lassen mich im Vorfeld zweifeln, ob der Torlauf Dachstein nicht doch punktuell zu technisch ist. Aber nachdem ich beim Großglockner Ultra Trail auch schon einige hochalpine technische Passagen gut hinter mich gebracht habe, starte ich letztendlich auch hier in der Ramsau zuversichtlich in den Tag. Ich bin von der beinahe mondähnlichen, abstrakten Landschaft so angetan, dass ich im kommenden Jahr wieder an der Startlinie stehen werde.
Mit einer Spende für den Tierschutzverein Arche Noah erhält man Zutritt zum virtuellen Tierschutzlauf. Ich entscheide mich, die 10 Kilometer lange Strecke entlang der Mur zu laufen. Die Zielzeit ist mit 43:34 Minuten recht passabel.
Beim Kleine Zeitung Graz Marathon laufe ich etwas unerwartet eine neue persönliche Bestzeit. Ich bewältige die 42,195 Kilometer lange Strecke in 3 Stunden und 27 Minuten. Bei meiner ersten offiziellen Siegerehrung der Laufsaison 2026 erhalte ich als Steirischer Meister im Marathon der Altersklasse M50 die Goldmedaille um den Hals gehängt.
Ich bin voller Vorfreude auf das, was mir das Jahr 2026 für Erlebnisse in Laufschuhen bringt.
Jahresrückblick Kompakt: 2025
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